Das Jahr 2017 ist das Jahr der teuren Butter. Knapp zwei Euro kostete das Päckchen beim Discounter im Herbst. Das ist Rekord in Deutschland. Um 51 Prozent war der Butterpreis in den ersten drei Quartalen des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen – was dem Handel trotz einer leicht gefallenen Nachfrage ein ordentliches Umsatzwachstum beschert hat (siehe Grafik). Schlimmer hat es die Franzosen getroffen. Dort ist Butter sogar knapp geworden. Französische Zeitungen riefen daraufhin den Butter-Notstand aus. Twitter-Nutzer posteten unter #BeurreGate Fotos von leeren Supermarktregalen und Rezepte für – mon dieu! – Gebäck mit Margarine.

Schuld an der Butterkrise und den hohen Preisen sind die weltweit gestiegene Nachfrage und das gesunkene Angebot. Butter und andere Molkereiprodukte sind gefragt: Die Chinesen importieren viel Butter, die Südkoreaner Käse. Und auch hierzulande sind Quark, Joghurt und Co. beliebt, vor allem die fetthaltigen. Die Zeit der Light-Produkte ist vorbei. Man legt mehr Wert auf Geschmack.

Gleichzeitig wurde weniger Milch produziert. Das hat sich mittlerweile aber geändert. "Inzwischen ist wieder mehr Rohstoff vorhanden", sagt Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband. Der Buttermarkt dürfte sich 2018 also wieder entspannen. Und mit ihm die Butterliebhaber.

Die Preise sind nicht nur für Milchprodukte gestiegen, sondern auch für andere Waren des täglichen Bedarfs. In den ersten neun Monaten 2017 haben Verbraucher rund drei Prozent mehr für den täglichen Einkauf ausgegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das liegt einerseits an der guten Stimmung im Land. Der Jobmarkt boomt, die Menschen haben wenig Angst vor Arbeitslosigkeit. "Deshalb sind sie relativ spendabel", sagt Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung.

Auf der anderen Seite gibt es hierzulande schon seit einigen Jahren eine Tendenz zu höherwertigen und teureren Lebensmitteln. Das zeigt sich zum Beispiel beim Bio-Trend: Lebensmittel sollen heute naturbelassen und authentisch sein. "Dann darf es auch ruhig mal etwas mehr kosten", sagt Wolfgang Adlwarth. Auch Trendprodukte oder exotisches Superfood – Chiasamen, Kokosmilch, Gemüsechips – landen öfter im Einkaufswagen.