Heute und in den kommenden Wochen schauen wir zwei Könnern über die Schultern. Im Halbfinale des ZEIT-Scrabble-Turniers 2017 saßen sich Titelverteidiger Friedrich Engelke und der deutsche Vizemeister Theo Kardel gegenüber. Hier und da wird zutage treten, dass Züge mit höherer Dotierung möglich waren. Das kann durchaus taktische Gründe haben; nicht immer ist der wertreichste Wurf auch der beste. Manchmal übersehen aber auch Spitzenspieler attraktive Lösungen. Häme ist dann jedoch fehl am Platze, schließlich ist Scrabbeln unter Turnierbedingungen etwas anderes als eine zu Hause ausgetragene Partie. So hat bspw. jeder Spieler nur 35 Minuten Bedenkzeit (bei der deutschen Meisterschaft sowie den meisten Wochenendwettkämpfen sogar nur 30 Minuten). Soll heißen: Die Ergebnisse einer Analyse sind nicht zu überschätzen, die beiden Akteure gehören zu Recht zur Elite. In dieser Spielsituation erzielte Kardel einen Wert in den 70ern, ein anderes Wort hätte in drei Anlegevarianten 88 bis 92 Punkte gebracht.

Lösung aus Nr. 49:

Ingrid Nöth legte GERN auf 1L–1O und konnte sich 49 Punkte gutschreiben. Die auf 1F–1L mögliche TEERUNG (95 Punkte) hätte sie nicht gesehen, gab die Turniersiegerin später an, aber eh nicht zu legen gewagt. URGENT auf 1J–1O brachte übrigens 55 Zähler