Ich bin für diese Zeitung als Gesellschaftsreporter unterwegs, ich gehe auf Partys, Vernissagen und Bälle und schreibe über die sogenannte gute Gesellschaft. Seit drei Jahren mache ich das, aber erst jetzt, da wir eine Sonderausgabe zum Thema Stille veröffentlichen, wird mir klar, warum meine Arbeit oft schwierig und anstrengend ist. Ich sage das nicht, weil ich Mitleid möchte, obwohl ich nach einem Abend mit ausufernden Reden und nervtötenden Showeinlagen immer mal wieder glaube, ein Anrecht auf Trost zu haben.