Wer in Not ist, freut sich über eine helfende Hand. Denken Sie nur an die Wochen vor Weihnachten: Da gab es so viel auszuwählen, zu dekorieren und zu bezahlen, dass man Hilfe gut gebrauchen konnte.

Jetzt sind die Feiertage vorbei, und bevor bald wieder das Osterfest vorbereitet werden muss, lohnt es sich, kurz zu reflektieren. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass in der Adventszeit viele Helfer unterwegs waren, die es früher nicht gab (und damit meine ich nicht die kurzfristig eingestellten Amazon-Paketboten)? Bitte erinnern Sie sich: In grauer Vorzeit musste der Nikolaus ganz allein die Stiefel füllen und Weihnachtsmann oder Christkind waren für die Geschenke zu Heiligabend zuständig. Inzwischen gehen ihnen zunehmend Weihnachtswichtel zur Hand. Mancherorts wurden auch Weihnachtsfeen gesichtet, und Leserin Barbara B. erfuhr in einer Karlsruher Drogerie, dass "helfende Elfen" die Parfümgeschenke ausgesucht hätten. Wenn Elfen helfen, muss der Mensch nicht einmal mehr auswählen. Er muss nur noch bezahlen.

Angesichts der vielen Berichte über Automatisierung und Industrie 4.0 hätte ich ja eher mit maschinellen Helfern statt mit extra Fabelwesen gerechnet. Weihnachtsbots statt Weihnachtswichtel. Doch wahrscheinlich waren Elfen & Co einfach noch viel billiger als Roboter. Sie mucken nicht auf. Sie tun, was man ihnen sagt. Sie arbeiten an Feiertagen und sind stets fröhlich. Was will man mehr?

Mir persönlich, zugegeben, geht die ständige Zunahme konsumassistierender Wesen auf den Senkel. Mit der klassischen Crew kam ich gut klar. Ich brauche kein ergänzendes Triumvirat aus Wichteln, Elfen und Feen, weder zu Weihnachten noch zu Ostern oder irgendwelchen Geburtstagen. Sollte ich aber dennoch mal einer Fee begegnen und diese mir drei Wünsche gewähren, dann wüsste ich schon, welche drei Dinge ich verschwinden lassen würde.