Schon erstaunlich, dieses Ausmaß an islamistischer Barbarei mitten in Deutschland, im Herzen des christlichen Abendlands! Doch halt, nicht islamistisch, nur ökonomistisch. Es ist der Stromkonzern RWE, dessen gigantische Braunkohlebagger sich da durch das fruchtbare, uralte deutsche Bauernland zwischen Aachen und Köln graben und nun auch vor dem Dom von Immerath stehen.

Jedes Schulkind weiß, dass es mit der Braunkohle bald ein Ende hat; nebenan im Ruhrgebiet schließt dieses Jahr die letzte Steinkohlenzeche. Warum also jetzt noch diese Orgie der Zerstörung?

Etliche Kirchen und Kapellen, Bauernhäuser und Rittersitze sind bereits unwiederbringlich verloren. In dieser Woche nun trifft es die Pfarrkirche St. Lambertus, den Immerather Dom. Errichtet 1891 nach Plänen des jung verstorbenen Kölner Architekten Erasmus Schüller (1861 bis 1890), gehört er zu den großen neoromanischen Gotteshäusern des Rheinlands. Die kostbare Ausstattung konnte geborgen werden, einige Fenster noch am vergangenen Wochenende. Jetzt wüten die Abrissbagger.

Von den Parteien in Nordrhein-Westfalen ist kein Einspruch zu erwarten, sie sind Teil des RWE-Systems. Von den geistig erloschenen Kirchen erst recht nicht. Wo aber bleiben eigentlich unsere Bildungsbürger? Unsere Kultur- und Nationalstiftler? Unsere lieben Abendländler, die Tag für Tag die FAZ-Leserbriefspalten mit ihrer Sorge um die deutsche Leitkultur füllen? All die Freunde der Stiftung Denkmalschutz, die eifrig für jede mecklenburgische Dorfkirche spenden, welche die DDR überlebt hat?

Was die Kohle-Krieger im Rheinland treiben, scheint niemanden zu interessieren, da darf abgerissen werden. Heute der Dom von Immerath, morgen Keyenberg mit seinem ebenso stattlichen Gotteshaus, anno 893 erstmals erwähnt. Und das alles fünf Minuten vor dem Ende der Braunkohle. Wer stoppt diesen Wahnsinn?