Michael Wolff hatte mit der ZEIT vergangene Woche ein Interview zu seinem Enthüllungsbuch über Donald Trumps Weißes Haus verabredet. Da waren die ersten Vorveröffentlichungen erschienen, und man konnte schon ahnen, dass "Fire and Fury" einen Sturm in Washington auslösen würde. Dann jedoch versuchte der Präsident die Veröffentlichung zu verhindern, woraufhin Wolffs Verlag sich entschied, das Buch sofort an die Öffentlichkeit zu bringen. Der New Yorker Reporter Michael Wolff, 64, war nun auf einen Schlag der berühmteste Journalist der Welt, der Mann, der Trump herausforderte. Für das Interview mit der ZEIT wurde es eng. Denn viele wollten nun wissen, wie es der Gesellschaftskolumnist ("Hollywood Reporter", "Vanity Fair") geschafft hatte, das Vertrauen des Präsidenten und seiner Mitarbeiter zu gewinnen. Trump hatte Wolff zugestanden, die ersten 100 Tage als Zeuge im Weißen Haus ein und aus zu gehen. Es wurden 200 Tage daraus. Jemand musste schlicht vergessen haben, den Reporter wieder auszuladen. Das Interview mit Wolff fand am vergangenen Dienstag in New York statt.