Jozo Lonac hätte im Sommer 2015 einer der glücklichsten Manager Deutschlands sein müssen. Sein Label Naketano erlebte gerade den großen Durchbruch. Monat für Monat wollten mehr Deutsche die Pullover mit den auffällig gedrehten Kordeln und weiten Kragen tragen. Doch dann steht ein großer, breitschultriger Mann um die 40 mit rasiertem Schädel und Tränen-Tattoo im Gesicht auf der Modemesse Bread&Butter und wirkt sehr genervt. Er klagt über die Spielregeln der Modebranche und schimpft über seine Vertragspartner. Viele in der Branche seien zu gierig, verlangten ständig bessere Margen und Konditionen, dabei sei sein Label eines der wenigen, mit denen die Händler Geld verdienten. Am liebsten wolle er aussteigen, verkaufen, das Modemachen hinter sich lassen. So erzählt er es damals.