In Rom gab es das Sprichwort "Sexagenarios de ponte", was grobschlächtige Naturen, selbstredend noch mit gehörigem Abstand zu diesem Alter, mit "Runter von der Brücke mit den 60-Jährigen" übersetzen. Gleichzeitig soll man sich nicht selbst aus dem Spiel nehmen, mag auch Papst Gregor der Große im Alter ein "Sterben in Zeitlupe" gesehen haben. Da lieber schon Arthur Schopenhauer, der von der Heiterkeit des Alters sprach, in dem die Langeweile mehr und mehr schwinde. Doch irgendwie muss die Zeit ausgefüllt werden. Die Philosophen, die nachdenkend ohnehin meist ein biblisches Alter erreichen, haben es da gut. Nicht jeder ist indes zum Philosophen geboren, die meisten mögen es kurzweiliger. Vielleicht mit Schach?!

Vor Kurzem las ich in der Rochade Europa, dass eine 93-Jährige in einem Münchner Seniorenkurs das Schachspiel erlernte und sich ein Jahr später für ein Turnier auf Kreta anmeldete, wo sie mit ihren 94 Jahren auf eine Siebenjährige traf. Reise- und Schachlust gepaart! Idealiter gibt es dafür Senioren-Weltmeisterschaften, die letzte kürzlich im italienischen Acqui Terme.

Dabei verlor Großmeister Klaus Bischoff, der es noch mit über 50 allen Jungen zeigte und zweimal Deutscher Meister wurde, einmal "wunderschön" (Pardon, Klaus!).

Der Ukrainer Alexander Reprintsev als Schwarzer ist scheinbar in großer Not, doch nach seiner fantastischen Riposte gab überraschend Bischoff als Weißer auf. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 2:

Wie konnte Schwarz, selbst durch 1.Da8+ Kb6 2.Dc6+ höchst bedroht, zwangsläufig die weiße Dame gewinnen?

Nach 1...Tb4-b2+! 2.Kf3 (2.Kd3 Td1+) Tf1+ gab Weiß schon auf, weil 3.Ke4 Te2+ die Dame verlöre und 3.Kg3 Ld6+! 4.Kh3 Txh2 gar Matt wäre