Es ist das Ende einer symbiotischen Handelsbeziehung: Jahrelang belieferten Containerschiffe aus China die Welt mit Konsumartikeln, jahrelang nahmen sie auf dem Rückweg Abfall mit. Die Transportkapazitäten waren gut genutzt, und viele Länder wurden ihren Müll los. China kümmerte sich darum und zahlte auch noch dafür.

Doch nun will China den Müll der Welt nicht mehr. Von März an wird es praktisch unmöglich, unsortierten Plastikabfall nach China zu exportieren. Auch Elektroschrott und Altpapier sind von den Restriktionen betroffen. Das alles wird nämlich nicht immer sauber recycelt, sondern landet teilweise auf Deponien und vergiftet die Umwelt. Außerdem produziert China selbst immer mehr Müll. Global wird das einiges ändern: Denn noch 2016 gingen 47 Prozent des weltweit gehandelten Plastikabfalls nach China. Besonders viel kam aus Japan, den USA und Deutschland.

Der durchschnittliche Deutsche produziert 216 Kilogramm Verpackungsmüll pro Jahr, 37 Kilogramm davon sind Plastikverpackungen. Ein Teil ist gut getrennt und sortenrein und lässt sich leicht wiederverwerten, zum Beispiel PET-Flaschen. Anders sieht es bei Folien aus oder wenn bei Verpackungen verschiedene Sorten Plastik miteinander verschweißt sind. Bisher ließ sich beides gewinnbringend nach China verkaufen, und weil das in der Statistik als Weiterverwertung zählte, wurde damit auch noch Deutschlands ambitionierte Recyclingquote erfüllt. Die liegt derzeit bei 36 Prozent, damit ist Deutschland ein Vorzeigeland der Müllverwertung. In fünf Jahren soll die Quote sogar bei 63 Prozent liegen.

In Kombination mit Chinas Importstopp bereiten diese Vorgaben der Verpackungsindustrie Sorgen. Denn ein Überangebot an Altkunststoff drückt den Preis, den Händler von den Recyclingunternehmen verlangen können. Teilweise müssen sie dafür sogar bezahlen. Eine Tonne Folie loszuwerden kostet aktuell zum Beispiel bis zu 60 Euro. Früher bekamen Entsorgungsunternehmen bis zu 120 Euro dafür.

Doch Chinas Umdenken könnte auch eine Chance sein, denn lokales Recycling wird nun lukrativer. Allerdings müsste der Müll dafür erst von Konsumenten und dann von Maschinen besser sortiert werden. Produkte müssten so designt werden, dass ihre Bestandteile leichter wiederzuverwerten sind. Dafür wären Investitionen nötig.

Eine billigere Alternative wären Exporte in die Länder Südostasiens oder Afrikas. Um die Menge abzunehmen, die China bislang aufgenommen hat, reichen deren Kapazitäten jedoch nicht. Entscheidender als der Zielort ist ohnehin, was dort mit dem Kunststoffabfall geschieht. Im besten Fall wird durch Recycling aus ihm ein neues Produkt. Er kann auch verbrannt werden, um daraus Energie zu gewinnen. Ein großer Teil des weltweit produzierten Plastiks geht aber immer noch den dritten Weg: Es gelangt in die Umwelt und zerbröselt mit der Zeit in immer kleinere Teile.

Quelle: BVSE, Eurostat, UN Comtrade © ZEIT-GRAFIK: Doreen Borsutzki