Wir können an dieser Stelle nicht alle Fragen zur Darmentleerung behandeln. So viel sei gesagt: Zu viel Pressen ist immer schlecht und kann etwa zu Hämorrhoiden führen. Und eine ballaststoffreiche Ernährung kann die Sache erheblich erleichtern.

Aber zum Thema: Die Fragestellerin dieser Woche hat im Januar im Fernseh-Mehrteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes gesehen, wie einer der Protagonisten in ebendieser Situation einen Schlaganfall erleidet. Ist das plausibel?

Ein Schlaganfall entsteht entweder dadurch, dass ein Blutgefäß im Gehirn verstopft ist, oder wenn ein sogenanntes Aneurysma platzt, eine Ader, die geschwächt und ausgebeult ist. Im zweiten Fall ist oft ein plötzlich ansteigender Blutdruck im Kopf der Auslöser.

Wie kommt es zu einem solchen plötzlichen Druckanstieg? Weil die Datenlage dazu äußerst schlecht war, entschlossen sich Forscher des Schlaganfallzentrums im niederländischen Utrecht, 250 Patienten zu befragen, welchen Tätigkeiten sie kurz vor dem Schlaganfall nachgegangen waren, ob sie Kaffee getrunken oder geraucht hatten. In der Zeitschrift Stroke benannten die Ärzte im Jahr 2011 acht Faktoren, die demnach akut das Risiko vergrößern: Kaffee und Cola, Wutanfälle, Erschrecken, Naseputzen, Sport, Sex – und das Drücken beim Stuhlgang. Das sogenannte Valsalva-Manöver, das man auch einsetzt, um nach einem Flug den Druck auf den Ohren auszugleichen, führt zu Druck im Kopf und erhöht das Schlaganfall-Risiko auf das Siebenfache. Die Forscher schreiben ausdrücklich, Patienten mit einem Aneurysma Abführmittel zu verschreiben könne das Risiko einer Gehirnblutung deutlich senken. Senken lässt sich natürlich auch der Kaffeekonsum. Von weniger Sport rieten die Forscher wegen dessen positiver Wirkung auf Herz und Kreislauf allerdings ab. Und zum Faktor Sex sagten sie nichts.

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