Am 3. März 1918, einem lauen Vorfrühlingstag, herrscht auf der Leipziger Messe ein Gedränge wie in Friedenszeiten. Ein besonders dichtes Knäuel hat sich um ein Denkmal mit einem davor postierten erbeuteten englischen tank gebildet. An ihn angelehnt, verkauft ein Mann ein Extrablatt: "Heute um fünf Uhr wurde der Friede in Brest-Litowsk unterzeichnet". "Stück um Stück ging sehr rasch ab", beobachtet der Romanist Victor Klemperer, "und jedes wurde mit den ruhigen und monoton gesprochenen Worten überreicht: 'Rahmen Sie sich das ein – rahmen Sie sich das ein'."