Seine Biografie verschwimmt in geheimnisvollem Halbdunkel. Aus sicheren Quellen wissen wir nur, dass seine künstlerische Begabung früh aufblitzte. Mit zehn Jahren begann er eine Lehre, und mit 19 Jahren war er eigenständig. Als Spezialist für Personenbildnisse wurde er mit 24 Jahren zu einem der Hofmaler ernannt, stieg schnell in der Hierarchie auf, zuletzt bekleidete er den Rang eines Hofmarschalls.

Zwei Reisen unterbrachen seine Bindung an das Königshaus: Auf der einen kopierte er Meisterwerke für den Hof, auf der anderen erwarb er beispielhafte Werke für eine geplante Kunstakademie. Und er schuf ein wenig schmeichelhaftes Bildnis eines machtbewussten geistlichen Herrn.

Doch wer war der Mann, der so schnell Karriere machte? Obwohl über den Hof hinaus hoch angesehen, erwähnt ihn kaum ein Zeitgenosse, seine Freundschaften sind ungewiss, persönliche Zeugnisse und Briefe an ihn oder von ihm sind nicht bekannt. So verschwindet er hinter seinen einzigartigen Werken, die er weder datierte noch betitelte. Er kopierte niemanden, gehörte keiner Schule an. Sein Spätstil der schnellen, leichten Pinselstriche und kühlen, gebrochenen Farben nimmt die Malerei einer späteren Epoche vorweg.

Ob er Könige, Bettler, Prinzessinnen, Zwerge, Granden oder Missgebildete porträtierte, sie alle treten uns als lebende, fühlende Wesen in würdevoller Unmittelbarkeit gegenüber.

Mit seinem letzten großen Werk, auf dem er selbst erscheint, hinterließ er Betrachtern und Kunstgeschichte ein Rätselbild. Wer war’s?

Lösung Nr. 6:

Zinédine Zidane, geb. 1972 in Marseille, ist seit Januar 2016 Trainer von Real Madrid. Mit der Mannschaft gewann er zweimal die Champions League, 2017 ehrte ihn die Fifa als "Trainer des Jahres". Als Spieler galt er als einer der besten Fußballer der Welt. 1998 wurde er mit Frankreich Weltmeister, schoss zwei der drei Siegtore