1. Keine Tabus

Zurückhaltung beim Thema Geld? Völlig unnötig. Wer den Umgang damit zum Geheimnis erklärt, sorge beim Kind nur für Verunsicherung, sagt Kirstin Wulf, die Eltern in Erziehungsfragen rund ums Geld berät. "Kinder erleben Geld als sehr präsent. Wenn sie aber gleichzeitig spüren, dass über Geld nicht gesprochen wird, kann sie diese Diskrepanz irritieren." Je ungezwungener und früher sie lernten, damit umzugehen, desto besser.

2. Tortendiagramme helfen

Ob Autokauf oder Sommerurlaub – Kinder sollten in die finanziellen Planungen der Familie einbezogen werden. Mithilfe einfacher Tortendiagramme kann man Einnahmen und Ausgaben veranschaulichen. Kinder lernen dabei, dass es im Haushalt Kosten gibt, die jeden Monat anfallen. Kleine Besorgungen können sie je nach Alter allein erledigen – und zum Beispiel beim Bäcker die Brötchen bezahlen.

3. Das Taschengeld wächst mit

Wie viel Taschengeld ist angemessen? Eine Frage, die viele Eltern verunsichert. Ein Blick in die sogenannte Taschengeldtabelle des Jugendamtes, die einmal im Jahr erscheint, kann hilfreich sein. Demnach sollten Eltern ihren Kindern bereits ab vier Jahren 50 Cent pro Woche zahlen. Mit acht Jahren dürfen es schon acht bis zwölf Euro im Monat sein, mit 13 Jahren 18 bis 22 Euro im Monat. Ab 18 sind laut Jugendamt 70 Euro pro Monat angemessen. Mithilfe des Taschengeldes können Kinder lernen, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen – und auch, geduldig zu sein, wenn sie für etwas Größeres sparen wollen. "Reden Sie offen mit Ihren Kindern über die Taschengeldhöhe – aber auch über Ihre eigenen Möglichkeiten, Taschengeld zu zahlen", rät Claudia Verstraete von der Oldenburger Wirtschaftsbildungsinitiative "wigy". Ebenso wichtig sei es, zu klären, ob die teuren Turnschuhe oder die Pommes zwischendurch vom Taschengeld bezahlt werden sollen.

4. Schokolade ja, Handyverträge nein

Ab sieben Jahren dürfen sich Kinder alleine Schokolade, Kaugummis oder Comic-Hefte kaufen. Das regelt der sogenannte Taschengeldparagraf im Bürgerlichen Gesetzbuch. Handys, Computer oder Sportgeräte dürfen sie in diesem Alter noch nicht erwerben. Das Gesetz sagt nicht, bis zu welchem Betrag Kinder einkaufen dürfen – es geht vielmehr um die Verhältnismäßigkeit. Minderjährige gelten zudem als beschränkt geschäftsfähig. Käufe auf Raten, Handyverträge und Zeitschriften-Abos dürfen sie deshalb grundsätzlich nicht abschließen.

5. Alles geht nicht

Das Taschengeld kann nicht alle Träume erfüllen. Wenn ein Kind sich eine Gitarre und ein neues Fahrrad wünscht, muss es abwägen. Was verpasst es, wenn es das eine oder das andere wählt? Mit der Entscheidung für die eine und gegen die andere Sache zahlt das Kind also einen gewissen Preis. In der Wirtschaft spricht man von Opportunitätskosten. Es sind die Kosten des entgangenen Nutzens. Dieses Prinzip sollten Eltern Kindern schon früh vermitteln; so lernt der Nachwuchs, besser mit Verzicht umzugehen.

6. Bares gegen gute Noten?

Mit Geld zu belohnen ist hin und wieder in Ordnung, sagt die Beraterin Kirstin Wulf. In einer Familie sollte es für Kinder aber durchaus normal sein, kleinere Aufgaben im Haushalt unentgeltlich zu übernehmen. Vorsicht ist geboten, wenn es Geld für gute Noten gibt: Dieses System halte selten ein ganzes Schülerleben, sagt Wulf. Geld sei irgendwann kein Motivator mehr: "Und was, wenn die Tochter die Zwei in Mathe mit links schreibt, der Bruder sich aber tagelang für eine Vier abrackert. Hat er dann nicht mehr verdient?"

7. Keine Erdbeeren im Winter

Bei Kaufentscheidungen geht es nicht immer nur um den Preis. Häufig spielen auch ökologische oder soziale Faktoren eine Rolle. Eltern können ihren Kindern durchaus schon erklären, warum sie im Winter keine Erdbeeren kaufen wollen. Selbst Zweijährige können verstehen, dass es sinnvoller ist, dafür auf den Sommer zu warten. Ihr eigenes Konsumverhalten sollten Eltern deshalb kommentieren und transparent machen. So kann man beim Thema Billigmode Jugendlichen gegenüber seine Bedenken zu den Produktionsbedingungen äußern. "Eltern sollten Kindern aber auch schon früh erklären, dass häufiges Wegwerfen viele Ressourcen verschwendet", sagt Claudia Verstraete.

8. Vorsicht, Werbung!

Muss es unbedingt das neueste Smartphone sein? Freunde und Werbung haben meist einen großen Einfluss auf die Konsumwünsche der Kinder. So wird auf dem Pausenhof die teure Marken-Winterjacke des Klassenkameraden bewundert, und auf YouTube empfiehlt das Teenie-Idol teure Kosmetik. Über diese unbewusste Einflussnahme sollten Eltern mit ihren Kindern sprechen, sagt Claudia Verstraete. So gelingt es den Kinder frühzeitig, ihre Konsumentscheidungen rationaler zu treffen. Und im besten Fall kommen sie selbst zu der Einsicht, dass es auch das ältere Handymodell tut.

9. Sparen lernen

Wollen Kinder ihr Taschengeld für ein bestimmtes Spielzeug sparen, können Eltern sie dabei gezielt unterstützen. Dabei helfe ein Haushaltsbuch, sagt Claudia Verstraete. Wie viel Geld soll monatlich gespart werden? Wie lange wird es dauern? "Auch wenn ein Haushaltsbuch altmodisch erscheint, ist es das beste Mittel, um den Überblick zu behalten." Ältere Kinder, die ein Smartphone haben, können dazu auch eine App benutzen. Ist das Kind zehn Jahre alt, ist es empfehlenswert, ein eigenes Girokonto für Sohn oder Tochter zu eröffnen. So lernen Kinder, ihr Geld zu verwalten.

10. Den Überblick behalten

Kinder sollten keine Schulden machen müssen. Dafür ist es wichtig, ihnen zu erklären, dass bestimmte Kosten immer wieder anfallen. Etwa für einen Handyvertrag oder ein Zeitschriften-Abo. Gerade wenn Jugendliche beginnen, bargeldlos zu zahlen, können sie schnell den Überblick verlieren. Eltern sollten auch über Versicherungen mit ihren Kindern sprechen und diskutieren, ob es sich lohnt, das Fahrrad oder das teure Smartphone zu versichern.