Wer Hilfe sucht, steht früh auf. Es ist halb acht morgens. Laut Kalender Frühlingsanfang. Im größten Sozialamt Deutschlands, mitten in Berlin, im Bezirk Mitte, Müllerstraße, ducken sich die Menschen auf der Treppe, als der Wind durch die Fensterritzen pfeift. Hier ein Schlaks mit Pudelmütze, wohnungslos, auf der Suche nach einem Betreuer. Dort eine Frau, den Schirm ihrer Basecap tief in den Nacken gezogen, arbeitslos, mit einem Termin in zwei Stunden, aber was soll sie daheim? Ein Mann mit offenem Mantel kommt durch die Flügeltüren des wuchtigen Backsteinbaus, eilt nach ganz oben, erreicht sein Büro, schließt auf und wendet sich gleich einem Stapel Post zu. Er greift sich einen kleinen weißen Briefumschlag mit der Aufschrift: "An den Boss Bezirksamt Mitte Berlin Sozialamt".