Als mich 1992 der damalige stellvertretende Chefredakteur des Deutschen Ärzteblatts Josef Maus fragte, ob ich mir eine Schachmeisterschaft deutscher Ärzte vorstellen könne, war ich skeptisch. Zwar erwähnte ich den "Ahnherrn" Siegbert Tarrasch, der vor gut 100 Jahren neben Emanuel Lasker der stärkste Spieler der Welt war, meinte aber, dass Mathematik und Jurisprudenz dem logischen und "berechenbaren" Schachspiel wohl verwandter seien.

Doch grau ist alle Theorie! Während die Juristen und andere Berufsstände über kleine Anfänge nie hinauskamen und die sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) heuer unter dem Schirm der Emanuel-Lasker-Gesellschaft (Lasker war promovierter Mathematiker) erstmals eine Meisterschaft austragen, werden die Ärzte vom 13. bis 15. April in Bad Homburg bereits ihr 26. Deutsches Ärzteturnier spielen.

Auch dieses Jahr werden wieder circa 150 Teilnehmer erwartet, von denen viele immer wiederkommen, um neben dem Wettkampf das gesellige Miteinander zu genießen. Immerhin sieben von ihnen waren seit dem ersten Turnier 1993 alle 25 Male dabei. Einer dieser sieben Aufrechten, zudem noch Schwabe, ist der Hautarzt Matthias Birke.

Mit welch beherztem Überfall zeigte er als Weißer dem Kollegen Oliver Erlinger, dass dem schwarzen König überraschend unmittelbar Gefahr drohte?

Lösung aus Nr. 14:

Weiß gewinnt. Wie zwingt, unterstützt von den Türmen, der weiße König im Rückwärtsgang (!) seinen Antipoden, die unheilvolle e-Linie zu betreten?

Mit 1.Tg2+ Kf8 (1...Kh7 2.Th1+) 2.Kg5+! Kg7 3.Kf4! Kf6 4.Kg3+ Kg5 5.Kf2+ Kf4 6.Kg1+! Ke3 7.Te1+ mit Damengewinn