Die Frage ist in der Tat interessant und etwas beunruhigend, warum so viele Männer zur #MeToo-Debatte schweigen, auch solche, die sonst wenig Hemmungen haben, zu zahllosen Themen ihren Beitrag zu leisten, also Männer wie Jens Jessen oder ich. Meine eigene Antwort darauf lautete während des vergangenen halben Jahres, also seit Beginn einer neuerlichen breiten Diskussion über männliche Gewalt, dass ich dazu nichts zu sagen habe. Männer mit anzugreifen wäre mir opportunistisch vorgekommen, Männer zu verteidigen, dazu hatte ich ebenso wenig Lust wie auf einen Aufruf zu Mäßigung und Differenzierung. Und warum kann man nicht einfach mal nur zuhören und dem inneren Unbehagen nachlauschen?