Man mag sich wundern, dass der Karl-May-Verlag eine Chronik zum 150-jährigen Jubiläum des Schachclubs 1868 Bamberg herausgibt; schließlich ist Karl May für spannende Abenteuerbücher bekannt. Doch war der Karl-May-Verleger Lothar Schmid "nebenbei" auch Schachgroßmeister, Schiedsrichter politisch schwieriger WM-Kämpfe (wie Fischer gegen Spasski 1972 und Karpow gegen Kortschnoi 1978) und leidenschaftlicher Sammler von Schachbüchern mit der weltweit größten Privatsammlung.

So ließ es sich sein Sohn und Nachfolger als Karl-May-Verleger, Bernhard Schmid, nicht nehmen, zusammen mit Günter Lossa, mit dem der Schachclub in den "goldenen" sechziger und siebziger Jahren dreimal Deutscher Mannschaftsmeister wurde, die Chronik zu einem Prachtwerk werden zu lassen, auf dessen Titelbild das berühmte Bamberger Insel-Rathaus mitsamt dem Domreiter auf einem Schachbrett ruht. Höchst seltsam freilich der Titel der Chronik Das Haar muss ziehen! , der auf einen Mannschaftskampf zurückgeht, als Lothar Schmid ein Haar von seinem Turm entfernte und der Protest des Gegners "Berührt – geführt" von Hans-Günter Kestler, Amtsrichter von Beruf, mit diesem salomonischen Urteil entschieden wurde.

Schmid/Pfleger/Kestler – das war viele Jahre das "Triumvirat" an den Spitzenbrettern. Nun noch ein Problem des Franken Fritz Giegold aus der Chronik: "Weiß am Zug setzt in vier Zügen matt!" Denken Sie bei der Lösung an obigen Amtsrichters Worte: "Immer die dümmsten Züge suchen!"

Lösung aus Nr. 15:

Weiß fackelte nicht lange und leitete einen Mattangriff ein – wie?

Nach dem Qualitätsopfer 1.Txc6! Txc6 2.Dd4 drohte Matt auf g7 und h8. Schwarz blieb nur die Königsflucht, doch nach 2...Kf8 3.Dh8+ Lg8 (3...Ke7 4.Lf6+) 4.Dg7+ gab er wegen 4...Ke8 5.Dxg8+ auf