In eigener Sache ZEIT der Leser
Die ZEIT schenkt ihren Lesern eine neue Seite. Das erste Mal erscheint sie in der Osterausgabe - mit Ihren Beiträgen, wenn Sie wollen.
In der Osterausgabe der ZEIT, am 31. März 2010, wird erstmals eine neue Seite erscheinen, und danach Woche für Woche: „Die ZEIT der Leser“. Diese Seite wird ein Forum sein für alle kreativen, meinungsstarken, klugen, neugierigen und wütenden ZEIT-Leser.
Ab sofort sind alle ZEIT- und ZEIT-ONLINE-Leser eingeladen, schon in den ersten Ausgaben dabei zu sein. Die Texte sind nicht nur auf der gedrucken Seite, sondern auch im ZEIT der Leser-Blog zu finden.
Auf „ZEIT der Leser“ wird es zum Beispiel den Zeitsprung geben: Leser schicken Fotos, die einen Zeitsprung zeigen: einst – heute, vorher – nachher, neu – alt… Das kann eine uralte Ansichtskarte sein und die gleiche Straße, heute fotografiert. Oder ein Auto, kurz nach dem Kauf und kurz vor dem Verschrotten. Oder eine Fahrkarte von Hamburg nach Berlin aus den Jahren 1910 und 2010. Auf jeden Fall müsste es interessanter sein als „Meine Tochter als Baby und als glückliche Braut“ und immer verbunden mit einer interessanten Geschichte (800 bis 1000 Zeichen, inklusive Satz- und Leerzeichen).
Oder: Leser bitten DIE ZEIT, einem Prominenten (Politiker, Star, Sportler...) schöne Grüße zu bestellen: Vom persönlichen Rat über die Stilkritik bis zum politischen Einspruch. Aber kurz, knapp, pointiert: Maximal 3 Sätze oder 500 Zeichen.
ZEIT-Leser dichten gern. Auf der „ZEIT der Leser“ allerdings sind vor allem Haikus gefragt: Ein dreizeiliges Gedicht mit fünf, sieben und fünf Silben pro Zeile. Und unbedingt zu einem aktuellen Thema.
„Das müssen alle Leser wissen!“ denken manche ZEIT-Leser und erzählen, was ihr Leben in der letzten Woche reicher gemacht hat: Ein Buch, eine Ausstellung, ein Kochrezept, ein Wein, eine Begegnung, der Sonnenuntergang an einem ganz bestimmten Strand, eine bestimmte Szene in einem Film. Jetzt wollen sie, dass alle ZEIT-Leser die Chance haben, das Gleiche auch zu erleben. Auf „ZEIT der Leser“ wird es jede Woche mehrere solcher Tipps geben, manche ganz kurz in einem Satz, manche auf 1000 Zeichen erzählt, manche als Bild.
Bei der Gerichtsverhandlung, in der Vorlesung, während des Telefonats, in der stinklangweiligen Konferenz: Gekritzelt wird immer. Wir bitten die Leser, uns ihre schönsten Kritzeleien zu zeigen und zu erzählen, wie und wann sie entstanden sind.
- Datum 04.03.2010 - 17:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Yum Thema....was mich diese Woche besonders aufgeregt hat.
Die ausufernd grässliche Griechenkloppe in der deutschen Presse, und gleich dazu die ausufernd grässliche Deutschenkloppe in der griechischen.
Bitte beachten: Wortwahl hier noch höflich, nicht der WUT angemessen!
Es sollte diskutiert werden: ein wirtschaftliches Problem. Dazu : allgemeine Themen wie Aufblähung von öffentlichen Haushalten, Falschverhalten von Regierungen, schlechte Handhabe von Geldern, Lösungsmöglichkeiten für Europa angesichts einer neuen Situation. Was wurde daraus? Eine Schlammschlacht, wo jeder selbsternannte Besserwisser nicht nur Ratschläge gab, sondern blind unter die Gürtellinie schlug.
WER sucht denn da das Volk der stolzen Hellenen von ehemals im freien Fall heute? Das Volk der deutschen Dichter und Denker?
Und auf griechischer Seite: klar, Nazi passt immer. Siehe unlängst Martenstein.
Ja, wir haben Pressefreiheit auf beiden Seiten, und die auf niedrigstem Niveau ausgetauschten verbalen Liebenwürdigkeiten auf beiden Seiten stammten nicht von den jeweiligen Regierungen. Aber ist das der Stil Europas? Auf die Griechen war ich wütend. Aber für die deutschen Dichter und Denker hab ich mich geschämt
ZEIT der Leser! ZEIT für Leser!
Ja! Eine gute Zeitung macht man doch nicht "im Vakuum der Professionalität", sondern für die Leserinnen und Leser. Und wie bleibt man sozusagen "am Puls des Volkes"? Indem man die Leser in ein Zeitungskonzept einbindet. Das muss durchaus nicht bedeuten, hinter dem vermeintlichen Zeitgeist herzulaufen.
Forscher haben herausgefunden, dass viele Menschen zusammen mehr wissen als wenige Koryphäen. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, wie groß das Wissen, der Erfahrungsschatz und die Bereitschaft zu einem intellektuell redlichen Diskurs in dieser Community ist. Darüber können auch ein wenig alberne Entspannungsübungen ("ich bekenne mich schuldig") nicht hinwegtäuschen.
Und machen wir uns nicht vor. So wie jede Leserin und jeder Leser von der Lektüre der ZEIT profitiert - manchmal unbemerkt, so profitiert auch die ZEIT von ihren aufgeschlossenen, neugierigen und aktiven Lesern.
Warum? Weil, wenn die Redaktion die User-Artikel und -Kommentare aufmerksam verfolgt, man nicht so schnell Gefahr läuft, ein Blatt "im Elfenbeinturm" zu machen. Hier steht online, was Menschen interessiert, bewegt und was sie anderen gern mitteilen möchten. Hier zeigt sich "unsere Gesellschaft" im Frühnebel eines langen Tages.
Verwerfen Sie Ihre gute Idee nicht sofort, falls es vielleicht anfängliche Probleme gibt. Das Miteinander zwischen Print- und Online-Welt darf ruhig zu einem engeren Verhältnis werden. Es braucht aber ZEIT...
Was ist ein Haiku?
Ein japanisches Gedicht!
Siebzehn Silben lang.
Dieses Mal in der Zeit als "Buergerphilosoph." Schlimmer im Text:"R.D.Precht ist Philosoph". So langsam moechte nan schon fragen duerfen, wen man als Philosophen bezeichnen darf. Jeden, der studiert hat? In 8 Semestern Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte, wie es bei Precht der Fall ist? Wunderbar, werde mich ab heute Philosoph nennen! Oder vielleicht doch lieber nicht? Da das gleiche Recht die Heerscharen von
Philologen , Magistern jeder Art mit Philosophen als Pflicht- oder Nebenfach haben? Oder doch aus der Erkenntnis, dass es wohl irgendeinen Unterschied zu Sloterdijk, Habermas usw (doch! Die wurden tatsaechlich in dem artikel genannt!)geben muss? Liebe Journalisten, Herr Precht macjt einen guten Job als Wissenschaftsjournalist oder so, aber hoert doch bitte auf, ihn als Philosophen zu bezeichnen (nicht einmal promoviert im Fach Philosophie hat der ansonsten sympathische Mensch!)
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