In eigener Sache ZEIT der LeserSeite 2/2
Auf Seite 2 der ZEIT trägt die Redaktion jede Woche Zitate zusammen, die sie besonders erschüttert, beeindruckt, nachdenklich gemacht hat. Und was ist den Lesern aufgefallen? „Mein Wort der Woche“ muss ja nicht einmal unbedingt von einem Prominenten stammen...
Unter den zwei Millionen ZEIT-Lesern müsste es eigentlich einen Experten für jedes Problem dieser Welt geben. Von „Wie mache ich meinen Computer schneller?“ bis „Wie bekomme ich einen Kürbiskernölfleck aus meinem Tischtuch?“. Wir bringen jede Woche die Frage eines Lesers und zwei Wochen danach die beste, hilfreichste, plausibelste Antwort aus der Leser-Community: Leser fragen, Leser antworten.
Was mich diese Woche aufgeregt hat: Von ganz speziell (Bahn streicht drei Züge nacheinander von Berlin nach Hamburg) bis ganz allgemein (Wozu bezahlt man eigentlich Grunderwerbssteuer?): 1000 Zeichen Wut über ein Thema, das in der letzten und vorletzten ZEIT (und deshalb auch auf der Leserbriefseite) nicht vorkam.
Wieder gefunden! Ein Gedicht, ein Foto, ein Gegenstand, ein Wein, ein Mensch, eine Melodie … Leser teilen mit allen anderen Lesern die Freude darüber, dass sie etwas lange gesucht/vermisst haben und es jetzt plötzlich/unerwartet/nach intensiven Suchen wiedergefunden haben. Dokumentiert in Bild und (kurzem) Text.
Leser grüßen Leser: Den besten Freund, weil er ihnen endlich erklärt hat, wie das iPhone funktioniert. Den Lehrer der Kinder, weil er mit seinem Engagement alle Vorurteile gegen Lehrer widerlegt. Den Arbeitskollegen, den Lieblingskoch, den alten Universitätsprofessor …
Leser fotografieren ihren Helden der Woche – den Menschen, den sie für eine fiktive Ordensverleihung vorschlagen. Sie erzählen eine kurze Geschichte dazu (500 Zeichen maximal): Von dem Koch, von dessen Wiener Schnitzel, dem Kellner, von dessen aufmerksamen Service sie begeistert waren. Von der Nachbarin, die sich aufopferungsvoll um ein behindertes Kind (um Obdachlose, um den gemeinsam genutzten Vorgarten) kümmert … Alternative: Die Fotos müssen den Leser gemeinsam mit ihrem Helden zeigen.
Einsendungen können Sie an leser@zeit.de schicken oder auch an diese Adresse: Redaktion DIE ZEIT, ZEIT der Leser, 20079 Hamburg
Und für alle, die sich sofort folgende Frage stellen: Ein Leser-Blog also in der gedruckten ZEIT? DIE ZEIT 2.0?
Zwei wesentliche Unterschiede wird es geben zwischen einer Web-Community und der „ZEIT der Leser“:
1. Die „ZEIT der Leser“ wird vor der Veröffentlichung moderiert, nicht danach (Was auch etwas schwierig wäre. Bei einer Zeitung gibt es schließlich keine Rückrufaktionen wie bei einem Auto mit klemmendem Gaspedal.) Auch in der Onlineversion werden alle Beiträge geprüft und eine Auswahl veröffentlicht. Alle Beiträge für die „ZEIT der Leser“ können also redigiert und gekürzt werden, wie die Beiträge der ZEIT-Profis auch. Und die Redaktion behält sich die Veröffentlichung eingesandter Beiträge vor.
2. Auf der „ZEIT der Leser“ werden Beiträge nur mit Klarnamen veröffentlicht.
- Datum 04.03.2010 - 17:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Yum Thema....was mich diese Woche besonders aufgeregt hat.
Die ausufernd grässliche Griechenkloppe in der deutschen Presse, und gleich dazu die ausufernd grässliche Deutschenkloppe in der griechischen.
Bitte beachten: Wortwahl hier noch höflich, nicht der WUT angemessen!
Es sollte diskutiert werden: ein wirtschaftliches Problem. Dazu : allgemeine Themen wie Aufblähung von öffentlichen Haushalten, Falschverhalten von Regierungen, schlechte Handhabe von Geldern, Lösungsmöglichkeiten für Europa angesichts einer neuen Situation. Was wurde daraus? Eine Schlammschlacht, wo jeder selbsternannte Besserwisser nicht nur Ratschläge gab, sondern blind unter die Gürtellinie schlug.
WER sucht denn da das Volk der stolzen Hellenen von ehemals im freien Fall heute? Das Volk der deutschen Dichter und Denker?
Und auf griechischer Seite: klar, Nazi passt immer. Siehe unlängst Martenstein.
Ja, wir haben Pressefreiheit auf beiden Seiten, und die auf niedrigstem Niveau ausgetauschten verbalen Liebenwürdigkeiten auf beiden Seiten stammten nicht von den jeweiligen Regierungen. Aber ist das der Stil Europas? Auf die Griechen war ich wütend. Aber für die deutschen Dichter und Denker hab ich mich geschämt
ZEIT der Leser! ZEIT für Leser!
Ja! Eine gute Zeitung macht man doch nicht "im Vakuum der Professionalität", sondern für die Leserinnen und Leser. Und wie bleibt man sozusagen "am Puls des Volkes"? Indem man die Leser in ein Zeitungskonzept einbindet. Das muss durchaus nicht bedeuten, hinter dem vermeintlichen Zeitgeist herzulaufen.
Forscher haben herausgefunden, dass viele Menschen zusammen mehr wissen als wenige Koryphäen. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, wie groß das Wissen, der Erfahrungsschatz und die Bereitschaft zu einem intellektuell redlichen Diskurs in dieser Community ist. Darüber können auch ein wenig alberne Entspannungsübungen ("ich bekenne mich schuldig") nicht hinwegtäuschen.
Und machen wir uns nicht vor. So wie jede Leserin und jeder Leser von der Lektüre der ZEIT profitiert - manchmal unbemerkt, so profitiert auch die ZEIT von ihren aufgeschlossenen, neugierigen und aktiven Lesern.
Warum? Weil, wenn die Redaktion die User-Artikel und -Kommentare aufmerksam verfolgt, man nicht so schnell Gefahr läuft, ein Blatt "im Elfenbeinturm" zu machen. Hier steht online, was Menschen interessiert, bewegt und was sie anderen gern mitteilen möchten. Hier zeigt sich "unsere Gesellschaft" im Frühnebel eines langen Tages.
Verwerfen Sie Ihre gute Idee nicht sofort, falls es vielleicht anfängliche Probleme gibt. Das Miteinander zwischen Print- und Online-Welt darf ruhig zu einem engeren Verhältnis werden. Es braucht aber ZEIT...
Was ist ein Haiku?
Ein japanisches Gedicht!
Siebzehn Silben lang.
Dieses Mal in der Zeit als "Buergerphilosoph." Schlimmer im Text:"R.D.Precht ist Philosoph". So langsam moechte nan schon fragen duerfen, wen man als Philosophen bezeichnen darf. Jeden, der studiert hat? In 8 Semestern Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte, wie es bei Precht der Fall ist? Wunderbar, werde mich ab heute Philosoph nennen! Oder vielleicht doch lieber nicht? Da das gleiche Recht die Heerscharen von
Philologen , Magistern jeder Art mit Philosophen als Pflicht- oder Nebenfach haben? Oder doch aus der Erkenntnis, dass es wohl irgendeinen Unterschied zu Sloterdijk, Habermas usw (doch! Die wurden tatsaechlich in dem artikel genannt!)geben muss? Liebe Journalisten, Herr Precht macjt einen guten Job als Wissenschaftsjournalist oder so, aber hoert doch bitte auf, ihn als Philosophen zu bezeichnen (nicht einmal promoviert im Fach Philosophie hat der ansonsten sympathische Mensch!)
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