65 Jahre ZEITJubiläum in aufregenden Zeiten

DIE ZEIT ist 65 Jahre alt. Ihre Gründer traten an, der freien Presse in Deutschland wieder Gehör zu verschaffen.

Das Pressehaus am Hamburger Speersort, Aufnahme von 1971

Das Pressehaus am Hamburger Speersort, Aufnahme von 1971  |  © DIE ZEIT

"Es gilt heute, Trümmer nicht nur in den Straßen der zerbombten Städte wegzuräumen, sondern auch geistige Belastungen einer untergegangenen Epoche, und das kann nur geschehen, wenn wir den Mut haben, ungeschminkt die Wahrheit zu sagen, selbst wenn sie schmerzlich ist, und das wird sie leider häufig sein. Nur in der Atmosphäre unbestechlicher Wahrheit kann Vertrauen erwachsen."

Mit diesen Worten trat am 21. Februar 1946 die Redaktion der ZEIT an, um nach den Jahren der Naziherrschaft daran mitzuwirken, wieder eine freie Presse in Deutschland zu etablieren. Vertrauen in den Staat und die Herrschenden, so lernten wir, kann nur entstehen, wenn Bürger wissen, was vorgeht und welchem Zweck es dient. Und wenn sie darauf Einfluss nehmen können, wie Entscheidungen ausfallen.

Schmerzliche Wahrheiten zu sagen bleibt deshalb auch heute die Aufgabe des Journalismus. Doch was ist wahr? Die Methode der ZEIT-Redaktion hat der Verleger John Jahr einmal so beschrieben: "Da sitzt ein Haufen gescheiter Leute zusammen, diskutiert über Gott und die Welt, interessiert sich weder dafür, was die Leser denken, noch dafür, was die Regierung oder die Industrie oder andere Gruppen wollen; nein, sie streiten einfach untereinander und am Schluss schreiben sie auch noch das, was sie denken – manchmal sogar jeder was anderes."

ZEIT ONLINE hat zum Jahrestag einige zentrale Artikel aus der Geschichte der ZEIT zusammengestellt:

Wie alles begann

beschrieb Haug von Kuenheim 2006 zum 60. Geburtstag des Blattes: "Gegründet 1946 zwischen Trümmern, prägten Turbulenzen und ein Ruck nach rechts die ZEIT in den fünfziger Jahren. In den Sechzigern schließlich wurde sie zur liberalen Stimme der Republik."

Fast eine Freundschaft

überschrieben Theo Sommer und Haug von Kuenheim 2003 ihren Text über die Zusammenarbeit von Verleger Gerd Bucerius und Herausgeberin Marion Grafin Dönhoff: "Gerd Bucerius und Marion Gräfin Dönhoff – Ihr Briefwechsel zeigt, wie sie jahrzehntelang jede Woche die ZEIT neu erfanden und erstritten."

Der Mann, den wir "Buc" nannten

Über den mutigen und streitbaren Verleger der ZEIT schrieb Theo Sommer 2006: "Am 19. Mai wäre ZEIT-Gründer Gerd Bucerius 100 Jahre alt geworden. Erinnerungen an einen aufsässigen Verleger und glänzenden Schreiber."

Die Wort-Mächtige

Susanne Gaschke würdigte Marion Gräfin Dönhoff zu deren 100. Geburtstag: "Marion Dönhoff hat den Journalismus in Deutschland geprägt wie keine zweite Frau und kaum ein Mann. Sie hinterließ uns etwas Unersetzliches: Maßstäbe."

Mit zwei Beilagen, die in dieser und der nächsten Woche in der ZEIT erscheinen, begeht das Blatt das Jubiläum. In den beiden Tabloiden hat die Redaktion wichtige Artikel prominenter Autoren aus 65. Jahren Zeitungs- und Weltgeschichte zusammengestellt.

Am kommenden Samstag laden der ZEIT Verlag und die Redaktionen der ZEIT und von ZEIT ONLINE zudem zum Tag der offenen Tür ins Pressehaus am Hamburger Speersort 1 ein.

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Leserkommentare
    • reck
    • 23. Februar 2011 2:07 Uhr

    Gibt es solche tapfere Leute noch? Haben Sie etwas zu sagen?Sind wir ihre (gluecklichen oder ungluecklichen) Erben?

    Soviel hat sich bei der ZEIT geaendert, seit Dr. Bucerius. Seit Adenauer und Schumacher (die so ganz anders waren als z.B. heutzutage Frau Merkel und "unser"/Putin's Schroeder oder der Oskar).

    Dr. Bucerius' Marktwirtschaft, die er schaetzte, die dem Ludwig das Wirtschaftswunder moeglich machte, ist sie jetzt auf den Knieen und nur noch wohl und kraeftig, weil es und solange es den Absatznehmer China weiter gibt.

    Gerd's ZEIT, wie anders sie geworden ist! Erst allmaehlih mit Theo usw, und nun schneller jedes neues Jahr:
    a. Ihre Zensurabteilung ist besser und gesunder als je.
    b. Ihre Themen behandeln oft die "Schlagzeilen", vielleicht deutlich weniger durchgedacht als es der Moden entspricht.

    Das ist gut? Fortschritt?

    Was wuerden Gerd, Ludwig, Konrad und Kurt heute "anders" machen? Wohl vieles. Wie wuerden sie sich verhalten gegenueber der drohenden Flut der Einwanderer ueber das Mittelmeer, die die Autokraten und Diktatoren mit ihren Armeen ueberall ziemlich muehelos besiegt haben. Mit Hilfe der altertuemlichen Presse (wie ZEIT und SPIEGEL) und der Technik des neuen Internet, das uns die Amis beschert haben.

    Ich glaube, sie uerden sich schon wochenlang damit beschaeftigen: Was man hier (anstatt dort) machen koennte und sollte, welche Folgen der eine oder der andere Weg fuer EU/D-Land einleiten wuerde und warum.......

    • Infamia
    • 28. Februar 2011 10:44 Uhr
    2. @reck

    Ja klar, früher war natürlich alles besser....

    Ihr Kommentar ist wirklich ausgesprochen substanzlos, weil er das ewige, verklärte Hohelied der guten alten Zeit singt. Gegenfrage: Was würde Dr. Gerd Bucerius in der heutigen Zeit machen? Wir wissen es nicht und daher war früher eben doch nicht alles besser. Oder telefonieren Sie noch mit Wählscheibe?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • reck
    • 02. März 2011 17:31 Uhr

    Ich danke Ihnen fuer Ihre substanzVOLLE Nachricht an mich.

    Obwohl die Worte "ewige, verklaert, und Hohelied" nicht gut passen. Nicht zum Zeit Artikel, nicht zu dem was ich oder Sie in unseren Beitraegen geschrieben haben.

    Nein, nicht alles war frueher besser. Der Adolf war der Hoehepunkt, noch nicht erreicht in der Welt ausser in D-Land,einschliesslich von Muslimen oder Leser der ZEIT, weil heute wie damals, wie immer, es doch auf die Landsleute ankommt, die erlauben (mit Freude wenn auch ohne Kraft) die "Neue Zeit" (neulich braun, dann rot) bejubel(t)en.
    ("Noch" ist hier wichtig, nicht ueberfluessig! Mehr als Erinnerungen an die Waehlscheibe.)

    Ich wuensche Ihnen ein frohes gesundes und langes Leben, mit weniger Schwierigkeiten als diejenigen, die sich durch die letzten 80 Jahre durchschlagen mussten. In der "guten" alten Zeit eben wie Sie es doch betonen und besonders in D-Land, wurde man durch und durch beherrscht von ueblen, schlechten, dummen Verbrecher, sollte man nicht selbst zu Ihnen gehoeren. (Es ware gut, wenn man endlich verstehen koennte, warum 80% der Dichter und Denker nicht zu den Zuschauern gehoerten.)

    • reck
    • 02. März 2011 17:31 Uhr

    Ich danke Ihnen fuer Ihre substanzVOLLE Nachricht an mich.

    Obwohl die Worte "ewige, verklaert, und Hohelied" nicht gut passen. Nicht zum Zeit Artikel, nicht zu dem was ich oder Sie in unseren Beitraegen geschrieben haben.

    Nein, nicht alles war frueher besser. Der Adolf war der Hoehepunkt, noch nicht erreicht in der Welt ausser in D-Land,einschliesslich von Muslimen oder Leser der ZEIT, weil heute wie damals, wie immer, es doch auf die Landsleute ankommt, die erlauben (mit Freude wenn auch ohne Kraft) die "Neue Zeit" (neulich braun, dann rot) bejubel(t)en.
    ("Noch" ist hier wichtig, nicht ueberfluessig! Mehr als Erinnerungen an die Waehlscheibe.)

    Ich wuensche Ihnen ein frohes gesundes und langes Leben, mit weniger Schwierigkeiten als diejenigen, die sich durch die letzten 80 Jahre durchschlagen mussten. In der "guten" alten Zeit eben wie Sie es doch betonen und besonders in D-Land, wurde man durch und durch beherrscht von ueblen, schlechten, dummen Verbrecher, sollte man nicht selbst zu Ihnen gehoeren. (Es ware gut, wenn man endlich verstehen koennte, warum 80% der Dichter und Denker nicht zu den Zuschauern gehoerten.)

    Antwort auf "@reck"

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