Der Dax hat sich am Dienstag nach einer Reihe enttäuschender Quartalsberichte nur knapp im Plus gehalten. Der deutsche Leitindex rückte um 0,2 Prozent auf 8.992 Zähler vor, auch beim EuroStoxx50 fielen die Kursgewinne mager aus. "Bislang sind die Unternehmenszahlen europaweit eher durchwachsen ausgefallen – das sieht alles nicht besonders toll aus", sagte Terry Torrison von McLaren Securities. 

Für Ernüchterung sorgte vor allem die Deutsche Bank, die im dritten Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen musste. Schwache Geschäfte im Investmentbanking und weitere milliardenschwere Rückstellungen für diverse Klagen und Ermittlungen machten dem Institut zu schaffen. Die Deutsche-Bank-Aktien fielen zeitweise um mehr als drei Prozent und bildeten damit das Schlusslicht im Dax.

"Die Zahlen der Deutschen Bank bieten insgesamt ein ziemlich schwaches Bild", sagte ein Händler. Aus Sicht von Equinet-Analyst Philipp Häßler dürften vor allem die Rechtsstreitigkeiten der größte Risikofaktor für das Finanzinstitut bleiben. Abgestraft wurden auch die Titel der UBS, die in der Spitze um knapp sieben Prozent abrutschten. Die Schweizer Bankenaufsicht Finma nimmt die Großbank stärker in den Blick. Die UBS muss wegen der zahlreichen Rechtsstreitigkeiten die Bilanzrisiken (RWA) um etwa 28 Milliarden Franken höher ansetzen. Der Gewinn sank von Juli bis September auf 577 Millionen Franken (468 Millionen Euro) von 690 Millionen Franken im zweiten Quartal. Die Vermögensverwaltung der UBS kam nicht in Schwung und im Investmentbanking gingen die Einnahmen zurück.

Linde wird vorsichtig – Bauer stürzen ab

Linde fiel bei den Anlegern ebenfalls durch: Der Industriegase-Konzern baute im dritten Jahresviertel zwar Umsatz und operativen Gewinn aus, senkte aber sein Ergebnisziel für das Gesamtjahr leicht. Die Aktien gehörten mit einem Abschlag von 1,3 Prozent zu den größten Dax-Verlierern.

Continental gab im Sog von Michelin ein Prozent nach. Der französische Reifenhersteller hat wegen unerwartet hoher Währungsverluste in den Schwellenländern seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gekappt. Michelin verlor rund vier Prozent.

Zuversicht verbreitete dagegen Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori Seiki. Firmenchef Rüdiger Kapitza traut dem Konzern nicht nur 2013 mehr zu als bisher, sondern peilt auch im kommenden Jahr neue Bestmarken an – zumindest beim Auftragseingang. Die Aktien gewannen mehr als fünf Prozent und kletterten an die MDax-Spitze.