Neben dem US-Geheimdienst NSA sollen auch kanadische Spione das brasilianische Bergbau- und Energieministerium ausgespäht haben. Dies geht aus internen Dokumenten hervor, die der brasilianische Fernsehsender Globo am Sonntagabend veröffentlichte und von dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden stammen sollen. Kanadische Spione hätten die Metadaten von Telefonaten, E-Mails und Internetaktivitäten des Bergbau- und Energieministeriums erfasst, um dessen Kommunikation systematisch zu analysieren. Dabei sei ein Programm namens Olympia benutzt worden.

Brasiliens Energieminister Edilson Lobao sagte dem Fernsehsender, es handele sich um eine ernste Entwicklung. "Es gibt viele kanadische Unternehmen, die Geschäfte in unserem Land treiben", sagte Lobao. "Ob geschäftliche Interessen auch der Grund für die Spionage sind, kann ich nicht sagen."

Der in Rio de Janeiro lebende US-Journalist Glenn Greenwald hat mit dem Fernsehsender Globo für den Bericht zusammengearbeitet. Als Vertrauter Snowdens hatte Greenwald die ersten Berichte über die weltweiten Spionageaktivitäten der NSA veröffentlicht. Globo hatte bisher berichtet, dass die USA die Kommunikation von Präsidentin Dilma Rousseff und den staatlichen Ölkonzern Petrobras ausspioniert hätten. Einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in Washington sagte Rousseff wegen der Enthüllungen ab. Die brasilianische Präsidentin hatte im vergangenen Monat in der UN-Vollversammlung internationale Regeln zum Datenschutz gefordert.