Bei dem Bombenanschlag vor der iranischen Botschaft in Beirut sind am Dienstag nach jüngsten Angaben mindestens 22 Menschen getötet worden. Die Nachrichtenagentur dpa spricht von einem Selbstmordanschlag. Fast 150 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der libanesische Gesundheitsminister Ali Hassan Chalil mit. Die Opferzahl könne jedoch weiter steigen.

Wie ein Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AFP sagte, handelte es sich um einen Doppelanschlag. Zuerst sei ein Motorrad in die Luft geflogen, kurz darauf sei in 30 Metern Entfernung ein Auto explodiert. Wahrscheinlich sei die iranische Botschaft das Ziel des Anschlags gewesen.

Nach iranischen Angaben wurden bei dem Anschlag vor der Botschaft im Stadtviertel Bir Hassan im Süden der libanesischen Hauptstadt keine Botschaftsmitarbeiter verletzt. Alle seine Kollegen, die sich zum Zeitpunkt des Anschlags im Botschaftsgebäude befunden hätten, seien unverletzt, sagte Botschafter Ghasanfar Rokn-Abadi der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Nach Angaben aus Regierungskreisen in Beirut wurde jedoch der iranische Kulturattaché getötet. Er war demnach auf dem Weg in die Botschaft, als die Bomben hochgingen, und starb später in einem Krankenhaus.

Auf Bildern, die das libanesische Fernsehen ausstrahlte, waren Tote und Verletzte zu sehen. Autos standen in Flammen, auf der Straße lagen Trümmerteile. Der Stadtteil gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah-Bewegung. Diese unterhält als einzige libanesische Partei eine eigene schwerbewaffnete Miliz und ist eng mit dem Iran verbündet. Die Hisbollah unterstützt Syriens Präsidenten Baschar al-Assad im Bürgerkrieg gegen die Rebellen.