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WHO-Bericht: Jeder Zehnte stirbt durchs Rauchen

Die Warnhinweise auf Zigarettenpackungen erreichen fast die Hälfte der Menschheit. Die Weltgesundheitsorganisation wirft reichen Staaten dennoch Versäumnisse vor.
Zigarettenqualm

Jedes Jahr sterben laut einem Bericht der UN-Gesundheitsorganisation WHO weltweit sieben Millionen Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. "Das ist so, als ob man die gesamte Bevölkerung von Bulgarien oder Paraguay jedes Jahr auslöschen würde", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. "Das ist inakzeptabel."

Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sagte, einer von zehn Todesfällen weltweit sei eine Folge des Rauchens. Bloomberg setzt sich mit seiner Stiftung schon länger gegen das Rauchen ein. Der in dem WHO-Bericht verdeutlichte weltweite Fortschritt zeige, "dass es für Länder möglich ist, das zu ändern", sagte er.  

WHO-Chef Ghebreyesus sagte, die Tabakindustrie behindere den Kampf gegen das Rauchen immer noch vielerorts. Die Regierungen müssten trotzdem Gegenmaßnahmen ergreifen. "Und sie müssen den illegalen Tabakhandel eindämmen, der die globale Tabak-Epidemie und ihre gesundheitlichen und wirtschaftlich-sozialen Konsequenzen verschlimmert." 

Als Abschreckung sind am weitesten verbreitet die drastischen Warnhinweise mit abschreckenden Bildern auf Zigarettenpackungen – fast die Hälfte der Menschen weltweit wird laut dem WHO-Bericht damit erreicht. Nur etwa 15 Prozent der Menschen weltweit leben dagegen in Gebieten, die von Werbeverboten für die Tabakindustrie abgedeckt werden.

Ärmere Länder hätten zuletzt große Fortschritte bei der Einführung von Antitabakmaßnahmen gemacht, während es in einigen reicheren Ländern an "politischem Willen" fehle, sagte Douglas Bettcher von der WHO. In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Entwicklungsländer, die das Rauchen am Arbeitsplatz komplett verboten hätten, von 4 auf 39 gestiegen. 44 Entwicklungsländer führten in diesem Zeitraum drastische Warnhinweise auf Zigarettenpackungen ein und 24 verhängten Werbeverbote.

Unter den reicheren Ländern lobte Bettcher vor allem Großbritannien, Australien und Neuseeland. In den USA hingegen gebe es keine drastischen Warnhinweise auf Zigarettenpackungen und Deutschland sei nur eines von zwei EU-Ländern, in dem es kein komplettes Werbeverbot gebe.

In Norwegen müssen demnächst alle Zigaretten gleich aussehen. Laut einem Gesetz sind dann Logos, Farben und Bilder auf den Verpackungen von Tabakwaren verboten. Finnland will bis 2040 komplett rauchfrei werden. Unter anderem sollen dort die Gebühren für die Kassen von Tabakhändlern stark steigen. 

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