Wohnen in der Zukunft Wohnen im AlterSeite 2/2

Vernetztes Wohnen

Die Menschen wollen so lange wie möglich selbstständig in ihren eigenen vier Wänden wohnen – auch im Pflegefall. So wünschen es sich jedenfalls 90,2 Prozent der Teilnehmer an einer repräsentativen Umfrage des renommierten Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation und der Universität Stuttgart zur „Pflege 2020“. Dies stellt hohe Anforderungen an das Bauen und Einrichten genauso wie an das soziale Umfeld. Professor Heinze sieht deshalb die Notwendigkeit für neue soziale Netzwerke in den Familien genauso wie in den Wohnquartieren. Darüber hinaus fordert er „soziale Innovationen“ und ein „innovatives Schnittstellenmanagement“ von Wohnungsunternehmen, sozialen Diensten, Ärzten und Pflegekräften. Alle müssten aktiver als bisher zusammenarbeiten – auch mit zunehmend mehr ehrenamtlich engagierten Mitbürgern.

Denkbar sind sicher auch ganz neue Wohnformen, wie sie etwa der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf propagiert und praktiziert. Er fordert beispielsweise die Abschaffung von isolierten Seniorenwohnsiedlungen und stattdessen die Förderung gemischter Quartiere, in denen Alte und Junge, Rentner und Alleinerziehende nebeneinander wohnen.

Soziale Netze kommen indes nicht ohne technische Vernetzung aus. Ganz sicher, so der Bochumer Forscher Rolf G. Heinze, werden Einsatz und Integration moderner Technik im „Gesundheitsstandort Haushalt“ rasch an Bedeutung gewinnen. In der Studie „Pflege 2020“ standen dabei ein „Automatisches Notrufsystem“, „Orientierungslicht am Boden“ und „Moderne Gebäudetechnologie“ an der Spitze der Wunschliste der Befragten. Sozialwissenschaftler Heinze verweist darauf, dass es heute schon möglich sei, dass miniaturisierte Sensoren Abläufe kontrollieren, regelmäßig und in Gefahrensituationen selbsttätig den Kontakt zu Pflegekräften und Ärzten herstellen. Ebenso helfen neue Geräte und Lichtsysteme den älteren Menschen bei der Alltagsbewältigung und geben ihnen Sicherheit. Keine schlechte Perspektive für Jonas im Jahr 2050.
 

 
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