Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahrzehnten die Gesellschaft stark verändern. Zugleich wollen ältere Menschen so lange wie möglich selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben. Das stellt Wohnungs- und Gesundheitswirtschaft vor große Herausforderungen. Moderne Technik kann dabei helfen.

Im Jahr 2050 wird Jonas 67 Jahre alt sein. Jonas studiert derzeit Mechatronik an der Hochschule Esslingen, einer renommierten und traditionsreichen Ingenieurschmiede im Speckgürtel von Stuttgart. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er – trotz der weltweiten Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 – nach dem Ende seines Studiums einen Arbeitsplatz bekommen wird. Die Unternehmen der Umgebung, darunter etliche Weltmarktführer, brauchen gut ausgebildete Fachkräfte.

Für Jonas liegt das Jahr 2050 noch in weiter Ferne. Aber dann wird er zu jenem Drittel der Gesellschaft zählen, das älter als 65 Jahre alt ist. Zehn Millionen Menschen werden sogar schon ihren 80sten Geburtstag gefeiert haben. Die Gesellschaft wird sich durch den demografischen Wandel stark verändern. Aber diese Veränderungen laufen nicht von heute auf morgen ab. Deshalb ist der Bochumer Sozialwissenschaftler und Altersforscher Professor Rolf Heinze optimistisch: „Wir haben noch Zeit und können uns auf die Veränderungen einstellen – wenn der Wille, auch der politische, da ist. Wir werden erst ab 2020, 2025 die Veränderungen deutlicher spüren."

Großer Bedarf an seniorengerechten Wohnungen

Zu beobachten ist ein dreifach gestaffelter Alterungsprozess der Gesellschaft: Erstens wächst die absolute Zahl älterer Menschen; zweitens steigt der relative Anteil Älterer im Verhältnis zur Gesamtgesellschaft und drittens nimmt die Zahl Hochaltriger deutlich zu.

Für die insgesamt wachsende Gruppe der über 70-Jährigen in der Ruhestandsphase steigt der Bedarf an seniorengerechten Wohnungen gewaltig. Schätzungen gehen davon aus, dass gegenwärtig nur rund 400.000 Wohnungen entsprechend ausgestattet sind. Das entspricht etwa einem Prozent des gesamten deutschen Wohnungsbestandes. Dagegen liegt der Anteil der über 70-Jährigen bereits heute bei über 14 Prozent, fasst Matthias Günther vom in Hannover ansässigen Eduard Pestel Institut in einer Studie für den Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen die Situation zusammen.