Wie wäre es, heute Abend direkt nach der Arbeit ins Bett zu gehen? Müde genug sind Sie vermutlich, dunkel ist es in dieser Jahreszeit sowieso fast immer – und im Fernsehen verpasst man meistens auch nichts. Aber bitte unbedingt vier Stunden später wecken lassen, um die Nacht zu erleben! Erfrischt und mit neuem Tatendrang ist die erste Tageshälfte vergessen, und die spannende Zeit beginnt. Sie könnten sich um ihre Lieben kümmern, auf die besten Ideen kommen, alte Probleme lösen und viel mehr Spaß haben als bei Tageslicht. Danach treten Sie bitte die zweite Schlafphase an, noch einmal vier Stunden, und der nächste Morgen ist Ihr Freund. Dieser Vorschlag kommt von dem Heidelberger Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer, der mit seinem neuen Buch "Durch die Nacht" ein großes Panorama über die Dunkelheit vorlegt. Den achtstündigen Nachtschlaf haben wir erst mit der Industrialisierung eingeführt, sagt er, doch der zweiphasige Schlaf entspricht der menschlichen Natur viel mehr. Überhaupt weiß Fischer eine Menge über die Nacht und nimmt den Leser mit auf eine so unterhaltsame wie lehrreiche Reise zu den Schattenseiten unseres Lebens.

Wie entsteht Licht? Ist der Nachthimmel wirklich Schwarz? Warum schlafen wir überhaupt und welchen Sinn machen unsere Träume? Wieso haben wir im Dunkeln mehr Angst als im Hellen?