Susanne Garsoffky und Britta Sembach sind Journalistinnen und Mütter. Sie wuchsen auf in dem festen Glauben: Alles ist möglich! Das heißt: Frauen machen Karriere und verwirklichen sich in ihrem abwechslungsreichen Beruf. Parallel dazu setzen sie Kinder in die Welt, schließlich soll auch privat alles perfekt laufen. Der Wiedereinstieg in den Beruf klappt nach der Babypause reibungslos, und den Kindern geht es dabei natürlich super. Krippe, Schule, Hort, danach sogenannte Quality-Time mit Mama, die nebenbei den Kuchenteig für das Schulfest rührt und das Bio-Essen vorbereitet.

Klingt das komisch, übertrieben oder zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch, aber mit genau diesem Bild werden Frauen heutzutage konfrontiert. Und das analysieren die Autorinnen der "Alles ist möglich-Lüge" präzise und überzeugend. Schließlich gehören sie zu den Frauen der Generation X, die lange geglaubt haben, dass sie alles schaffen können. Man hat ihnen schon in der Schule erzählt, dass sie die gleichen Chancen haben wie die Jungs. Oft waren sie fleißiger als diese, hatten bessere Abschlüsse und haben sich zielstrebig auf ihren beruflichen Werdegang vorbereitet.  Doch plötzlich war alles anders: "Dann kamen der Mann, die Kinder, die ersten durchwachten Nächte und der Streit darüber, wer am nächsten Tag die wichtigeren Termine hat." Keiner hat diesen Frauen erzählt, dass mit dem ersten Kind die Rollenverteilung zu Hause in alte Muster fallen würde. Sie ahnten nicht, wie viel Organisation ein Haushalt mit kleinen Kindern bedeutet. Hinzu kommen die Gefühle und Sorgen einer Mutter, die keiner vorher kannte: "Was diese Rolle in ihrer ganzen Komplexität ausmacht, erkennt man erst mit den Wochen, Monaten und Jahren. Und dann stellt man möglicherweise fest: Dieser emotionale Konflikt ist mit keinem Geld der Welt aufzulösen."