Jeder kann Bienen halten, heißt es im Internet, man sieht Reportagen über Bienenvölker, die auf Hochhäusern wohnen - und plötzlich steht Honig aus Pankow auf dem Frühstückstisch. Bienen sind faszinierend und haben ein gutes Image, sie produzieren nicht nur leckere Nahrung, sondern gelten als gesellig, perfekt organisiert und fleißig. Aber da war doch was mit den Bienen, man hört, sie sind vom Aussterben bedroht! Ein weltweites Bienensterben hätte verheerende Folgen für uns alle, denn Bienen bestäuben sämtliche Nutzpflanzen und sichern so den Bestand unserer pflanzlichen Nahrung. Wie würde die Welt aussehen, wenn es keine Bienen mehr gäbe? Der norwegische Bestseller "Die Geschichte der Bienen" beginnt mit genau diesem Szenario, wir befinden uns in China im Jahr 2098. Es gibt keine Bienen mehr, und unzählige Menschen müssen jedes Jahr alle Blüten per Hand bestäuben, eine sehr aufwändige und kräftezehrende Aufgabe. So lernen wir die Arbeiterin Tao kennen, Mutter des kleinen Wei-Wen. Ihm möchte sie eine bessere Zukunft ermöglichen, doch plötzlich verschwindet der Junge unter mysteriösen Umständen. Dann versetzt das Buch den Leser nach England in das Jahr 1852, wo der Biologe und achtfache Vater William in der Krise seines Lebens steckt. Seine bisherige Forschung ist gescheitert, der einzige Sohn macht ihm nur Kummer, seiner klügsten Tochter Charlotte hingegen schenkt er kaum Beachtung. Doch dann beginnt er, über den perfekten Bienenstock nachzudenken, und sein Leben bekommt eine neue Wendung. Parallel wird eine dritte Geschichte erzählt, sie handelt von dem Imker George, der 2007 in Ohio lebt und mitansehen muss, wie seine Bienen immer weniger werden – dabei soll sein Sohn Tom bald den Hof übernehmen! Der Student hat jedoch andere Pläne und würde den Bienen am liebsten den Rücken kehren.

Hier können Sie das Buch direkt bestellen >>

Das große Ganze

Nicht nur Bienenliebhaber kommen in dem norwegischen Bestseller "Geschichte der Bienen" auf ihre Kosten, sondern alle, die anspruchsvolle und bewegende Familiengeschichten lieben und sich für die großen Zusammenhänge des Lebens interessieren. Die Norwegerin Maja Lunde machte sich bereits mit Kinder- und Jugendliteratur einen Namen, "Die Geschichte der Bienen" ist ihr Debütroman für Erwachsene. Dass sie damit gleich einen Bestseller landete, liegt neben ihrer Erzählkraft auch an dem großen Bogen, den sie ihre Bienen schlagen bzw. fliegen lässt. Lunde erzählt von Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, von Enttäuschungen und Visionen sowie den Verbindungen, die zwischen uns Menschen über viele Jahrhunderte und alle Grenzen hinweg Bestand haben. Die Autorin hat ein besonderes Gespür für die Erwartungshaltungen von Vätern gegenüber ihren Söhnen und die damit verbundene Sprachlosigkeit. Hier sind es die Frauen, die das große Ganze im Blick haben und sich selbst dafür zurücknehmen, auch in der Zukunftsvision von 2098. Gleichzeitig verliert die Autorin nicht die Hoffnung auf eine bessere Welt, die es nur geben kann, wenn wir uns über Generationen hinweg füreinander interessieren und unser Wissen weitergeben. Der Norwegerin ist ein großer Wurf gelungen, und sobald man das Buch aufgeschlagen hat, weiß man, warum "Die Geschichte der Bienen" bereits in 30 Länder verkauft wurde und eine Verfilmung vorbereitet wird.

Hier können Sie das Buch direkt bestellen >>