Randall Munroe ist ein ziemlich normaler junger Mann, aber wenn er einen neuen Webcomic postet, dann bebt das Internet. Der 30-Jährige lebt in Boston, ist Physiker, und hat bis 2006 im "Langley Research Center" für die NASA Roboter entwickelt. Seitdem ist es sein Vollzeitjob, Webcomics zu schreiben und zu zeichnen, in denen er vermeintlich unsinnige User-Fragen mit exakter Wissenschaft und Strichmännchen beantwortet: "Wann wird Facebook mehr Profile von Toten als von Lebenden haben"? Oder: "Wenn man eine zufällige Nummer wählt und "Gesundheit!" sagt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Angerufene tatsächlich gerade geniest hat?"

Die Fragen und seine Antworten kann man nicht nur im Internet, sondern jetzt auch in seinem neuen Buch "What if? Was wäre wenn?" nachlesen. Der Untertitel macht deutlich, worum es geht: "Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen". Schon als Kind konnte Randall Munroe sich für ungewöhnliche Fragen und Rechnungen begeistern, seine Mutter hat einen Dialog festgehalten, den sie mit ihm geführt hat, als er fünf Jahre alt war. Da fragt der kleine Randall, ob es im Haus und auf der ganzen Welt mehr harte oder weiche Sachen gebe. Die ratlose Mutter weiß keine Antwort, doch das Kindergartenkind leitet anhand der Anzahl der Kissen und Magnete, die sich in seinem und damit vermutlich in jedem Haushalt befinden, eine eigene Hochrechnung her. So kommt er zu dem Schluss, dass die Welt über drei Milliarden weiche und fünf Milliarden harte Sachen verfügt. Dieses Beispiel veranschaulicht Munroes Herangehensweise an die großen Fragen, mit dem Unterschied, dass seine mathematischen und physikalischen Berechnungen heute exakter sind.