Ein erfolgreiches Pariser Paar, zwei entzückende Kinder und eine Kinderfrau, die den Spagat zwischen Beruf und Familie erst möglich macht – doch hinter dieser Bilderbuch-Fassade bahnt sich eine Tragödie an…

 

"Das Baby ist tot." Mit diesen erschütternden Worten beginnt der neue Roman "Dann schlaf auch du" von Leïla Slimani, für den sie in Frankreich mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. Die junge Autorin beschreibt den größten Alptraum, den eine Familie erleben kann: Man gibt seine Kinder in fremde Hände und sieht sie nicht mehr lebend wieder.

Doch Louise, die Kinderfrau der Familie Massé, ist eigentlich keine Fremde. Paul und Myriam hatten sie sorgfältig ausgesucht, und Louise ist die perfekte Wahl. Die Kinder lieben sie vom ersten Moment an, und mir ihr erstrahlt die Pariser Altbauwohnung in neuem Glanz: Der Kühlschrank ist nicht mehr leer, alte Kleidungsstücke werden geflickt, die Betten sind immer frisch bezogen. Wenn die Eltern abends erschöpft von der Arbeit kommen, sind die Kinder friedlich, und ein köstliches Essen steht auf dem Tisch. "Meine Nanny ist eine Fee", sagt Myriam, und Paul vergleicht Louise mit Mary Poppins, schließlich scheint sie über magische Kräfte zu verfügen. Mit der unsichtbaren und zugleich unverzichtbaren Kinderfrau scheint endlich alles gut zu werden. Myriam entkommt ihrem Hausfrauendasein und arbeitet wieder als Anwältin, Paul macht Karriere als Musikproduzent.

Genau hier legt die Autorin ihre Finger in die Wunden unserer Gesellschaft, sie beschreibt, wie eine Mutter sich aufreibt zwischen ihrem Drang nach Selbstverwirklichung und der Verantwortung für die Familie, die sie als Frau auch heute noch zum größten Teil allein trägt. Das schlechte Gewissen gegenüber ihren Kindern ist Myriams ständiger Begleiter, doch Pauls Verhältnis zur neuen Kinderfrau basiert lediglich auf Pragmatismus: "Das Wichtigste ist, dass sie flexibel ist und nicht so dröge. Dass sie schuftet, damit wir schuften können." 

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