Wir alle haben sie: To-Do-Listen, Einkaufszettel, Adresslisten, aktuell natürlich Wunschlisten und vielleicht auch schon eine Liste mit guten Vorsätzen für das neue Jahr. Das Schönste an Listen ist das Durchstreichen der Dinge, die man erledigt hat, sagen die einen. Eine Welt ohne Listen wäre ziemlich chaotisch, sagt Shaun Usher. Er ist überzeugt, dass die Menschheit von Listen besessen ist und legt mit dem so wundersamen wie großartigen Buch "Lists of Note. Aufzeichnungen, die die Welt bedeuten" den Beweis dafür vor. Das Thema faszinierte den Bestseller-Autor bereits, als er für sein erstes Buch "Letters of Notes – Briefe, die die Welt bedeuten" recherchierte: "Bei dieser Forschungsreise durch diverse Archive, Museen und Bibliotheken auf der ganzen Welt stieß ich fast ständig auf Listen aus der Feder ebendieser Zeitgenossen – auf kurze und lange, handgeschriebene und mit der Schreibmaschine getippte Listen." Diese Entdeckung ließ Usher nicht mehr los, und er machte sich ans Werk, um die faszinierendsten Listen der Weltgeschichte zusammenzutragen. Diese Listen sind so skurril wie bewegend, die älteste ist eine Liste von Arbeitsfehlzeiten aus dem alten Ägypten. Auf der entsprechenden Kalksteinscherbe sind sogar die Gründe für das Fernbleiben von der Arbeit aufgelistet, zum Beispiel "Bierbrauen", "Von Skorpion gebissen" oder "Begrub den Gott". Geschichtsträchtig ist Galileo Galileis Einkaufsliste aus dem Jahr 1609, in der er aufführt, was er für sein neues Teleskop benötigt. Griechisches Pech, zwei Kanonenkugeln und ein Eisenhobel sind hier genauso aufgelistet wie Linsen, Rosinen und Konfitüre. Interessant ist auch die Liste der Tatverdächtigen, die John F. Kennedys langjährige Sekretärin nur wenige Stunden nach seiner Ermordung anfertigte.