"Das große Los" heißt das Buch von Meike Winnemuth, in dem sie schildert, was sie in diesem außergewöhnlichen Jahr erlebt hat. Aber es geht um viel mehr. Um die ungewohnte Freiheit und wie schwer es ist, damit umzugehen. Darum, was man sich alles zutraut. Und was im Leben alles möglich ist.

Wie im Märchen
Doch zurück auf Los. Ende September 2010 sitzt Meike Winnemuth auf dem berühmten Rate-Stuhl bei Günther Jauch. Der Publikumsjoker hilft bei der Frage "Wo befindet man sich der Wortherkunft nach, wenn man sich verfranzt hat?", und Winnemuth kann mit 500.000 Euro nach Hause gehen. Schon jetzt steht ihr Plan fest, sie weiß, was sie mit dem vielen Geld machen will: Keine Wohnung kaufen, keine Rücklagen fürs Alter bilden, sondern ein Jahr wegfahren, raus aus Deutschland, jeden Monat will sie in einer anderen Stadt leben. Ohne konkrete Ziele, ohne Pläne, sich einfach treiben lassen. Also schreibt sie zwölf Städtenamen auf einen Zettel: Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba, Havanna. Am 1. Januar 2011 geht die Reise los, Meike Winnemuth fliegt nach Sydney, ohne großes Gepäck aber mit mulmigem Gefühl im Bauch. Und ohne ihren Haustürschlüssel. So kann sie sicher sein, ihn nicht zu verlieren – und er wird sie auch nicht zwischendurch nach Hamburg locken.