Die meisten würden diese Frage vermutlich mit Nein beantworten. Dass Lernen glücklich machen kann, behaupten die Schülerinnen Alma, Jamila und Lara-Luna in ihrem Buch "Wie wir Schule machen. Lernen, wie es uns gefällt".

Wenn Kinder in die Schule kommen, sind sie zunächst begeistert, freuen sich auf den neuen Lebensabschnitt und trauen sich alles zu. Bis dahin haben sie schon so viel aus eigenem Antrieb gelernt, was kann da noch schiefgehen? Sehr viel, das wissen wir alle, ein paar Jahre später ist von der Begeisterung meistens nicht viel übrig geblieben. Aus der Lust am Lernen ist Schulfrust geworden. Ähnlich erging es auch den jungen Autorinnen Alma, Jamila und Lara-Luna, 13, 14 und 15 Jahre alt. Sie sind keine hochbegabten Überfliegerinnen, sondern ganz normale Schülerinnen, die zunächst an unserem Schulsystem verzweifelten. Alma wurde mit fünf Jahren eingeschult und war anfangs überfordert, Jamila litt unter dem Stress auf einem Turbo-Gymnasium und Lara-Luna saß bereits eine Woche nach der Einschulung weinend auf dem Schulflur. Heute sind alle drei glückliche Schülerinnen und sagen: "Wir halten Schule für eine der besten Erfindungen der Welt."

Wer sich fragt, was die Mädchen zu dieser ungewöhnlichen Aussage bewegt hat, sollte ihre Aufzeichnungen lesen, die sie zusammen mit dem Journalisten Uli Hauser verfasst haben. "In diesem Buch wollen wir euch nur mal sagen, wie wir Schule erleben. Und wie wir uns Lernen und die Zukunft vorstellen. Was man besser machen könnte." Die drei Teenager besuchen die Evangelische Schule Berlin Zentrum, die bei der Vermittlung von Bildung völlig neue Wege geht: "Unsere Schule ist nicht wie viele andere, und Frau Rasfeld ist keine gewöhnliche Schulleiterin. Sie möchte gern Dinge verändern und Kinder unterstützen, wenn die was verändern wollen."