Es war der Tag, an dem das Center for Advancing Electronics Dresden (cfaed) seine Finanzierungszusage als Exzellenzcluster von der DFG bekam – und die TU Dresden Exzellenz-Uni wurde. Dies liegt nun fünf Jahre zurück, für den Exzellenzcluster eine aufregende Zeit des Aufbaus, des Ausprobierens und voller Innovationsenergie. Der Anspruch des cfaed ist hoch: Nicht weniger als die Neuerfindung der Elektronik steht auf den Fahnen, die Basis dafür ist eine ganzheitliche Betrachtung der Materie, wie sie im globalen Maßstab ihresgleichen sucht. Wie weiter, wenn das Moorsche Gesetz seine Grenzen erreicht hat, wenn die Integrationsdichte von Silizium-Transistoren physikalisch nicht mehr zu steigern ist? Welche neuen Materialien und Technologien können einspringen, wie kommen wir mit ihnen zu völlig neuartigen Bauelementen? Was passiert mit Hard- und Software, die mit diesen revolutionären Elementen umgehen muss?

Diese Fragen sind auch mit Blick auf die völlig neuartigen Anforderungen zu beantworten, die das "Internet der Dinge" (IoT) mit seinen unzähligen vernetzten Geräten stellen wird. Darauf ist das cfaed mit seinen bisher neun Forschungsbereichen ausgerichtet, die im Cluster "Pfade" genannt werden. Sie erstrecken sich von fünf materialorientierten über drei systemorientierte bis hin zum Bio Inspirationspfad. Neben der Sprecheruniversität TU Dresden und der Partneruniversität TU Chemnitz sind neun außeruniversitäre Einrichtungen eng in die Clusterstruktur eingebunden, darunter ein Helmholtz-Institut und je zwei Häuser der Leibniz- Gemeinschaft, Max-Planck- Gesellschaft und Fraunhofer- Gesellschaft. Hier wird sichtbar, dass der Cluster nicht zufällig gerade in Dresden gegründet wurde – die extrem dichte und hochvernetzte Forschungslandschaft, die sich um den Nukleus TU Dresden entwickelt hat, bereitet einen einzigartigen, nährreichen Boden für Forschungszusammenarbeit auf Spitzenniveau. Sie wird umschlossen von der Wirtschaftsregion "Silicon Saxony" – dem größten deutschen Hightech- Cluster und Mikroelektronikstandort Europas. Man spricht hier von rund 2300 Betrieben, 60.000 Beschäftigten und 14 Milliarden Euro Umsatz. Das ist der "Mutterboden", auf dem sich das cfaed bewegt.

Doch vor allem sind es Köpfe, die Entwicklungen vorantreiben, vorausdenken und Innovationen befördern. Köpfe wie Gerhard Fettweis, Professor für Mobile Nachrichtensysteme an der TU Dresden, Initiator und Koordinator des Exzellenzclusters. Oder auch Brigitte Voit, Professorin, Direktorin des Leibniz- Instituts für Polymerforschung Dresden, Mitgründerin des cfaed und wesentlicher Motor für den Zusammenschluss der Dresdner Wissenschaftslandschaft zum "DRESDEN-concept". 2017 wurde sie mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt. Weitere exzellente  Köpfe aus der ganzen Welt nach Dresden zu locken, aber auch wissenschaftlichen Nachwuchs intensiv auf dem Karriereweg zu begleiten und ihnen hochkarätiges Sprungbrett zu sein, ist ein Kernziel der cfaed- Aufstellung. In der ersten Förderperiode wurden 12 Forschungsgruppenleiter eingestellt, von denen drei bereits den nächsten Karriereschritt genommen haben. Es konnten so ausgezeichnete Wissenschaftler wie Xinliang Feng nach Dresden geholt werden, der mit seinen Forschungen auf dem Gebiet der 2D-Materialien (wie zum Beispiel das "Wundermaterial" Graphen) weltweit zu den meistbeachteten und -zitierten Wissenschaftlern zählt. Als Brennkammer von Visionen an einem Ort, an dem diese fruchten können, geht das cfaed in die neue Antragsphase der Exzellenzstrategie.




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