Die Grundlagenforschung der CAU ist die Basis für Innovationen und engagierten Wissensund Technologietransfer. Sie wird in der facettenreichen Einzelforschung, in koordinierten Programmen und den drei laufenden Projekten der Exzellenzinitiative sichtbar. Ethische Grundsätze, gute wissenschaftliche Praxis und hervorragende Arbeitsbedingungen für alle CAU-Mitglieder spielen an der Landesuniversität Schleswig- Holsteins eine wichtige Rolle. Die strategische Weiterentwicklung von Forschung und Lehre gestalten Präsidium, Fakultäten und die Sprecherinnen und Sprecher der vier Forschungsschwerpunkte und drei Exzellenzprojekte gemeinsam. Erklärtes Ziel der CAU ist es, ihr integratives Modell für universitäre Spitzenforschung weiterzuentwickeln und bewährte Ideen, Methoden oder Strukturen für die gesamte Universität und die Gesellschaft nutzbar zu machen.

Vier Forschungsschwerpunkte

Die gezielt eingesetzte Förderung von interdisziplinären Forschungsvorhaben mündete in der Profilierung von vier fakultätsübergreifenden Forschungsschwerpunkten:

Zahlreiche Projekte der CAU erhalten Förderungen. (Quelle: CAU)

Kiel Life Science (KLS): Im lebenswissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt der CAU fokussieren sich rund 80 Forschende aus sechs Fakultäten und 40 Instituten auf zelluläre und molekulare Prozesse, mit denen Lebewesen auf Umwelteinflüsse reagieren. Sie erforschen zum Beispiel den Einfluss von Genen, Lebensstil und Umwelt auf die Krankheitsentstehung, die Anpassung von Nutzpflanzen an umweltspezifische Wachstumsbedingungen oder die Bedeutung der mikrobiellen Besiedlung des Körpers für Gesundheit und Krankheit. Der Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces", zwei Sonderforschungsbereiche, ein Graduiertenkolleg und die Internationale Max-Planck-Research School "Evolutionary Biology" bilden das Herzstück von KLS. Das Max- Planck-Institut für Evolutionsbiologie (MPI) Plön, das Forschungszentrum (FZ) Borstel oder das Universitätsklinikum Schleswig Holstein (UKSH) sind wichtige Kooperationspartner.

Kiel Marine Science (KMS): Beim Kieler Meeresforschungsschwerpunkt geht es im Zusammenwirken von unterschiedlichen Disziplinen wie beispielsweise Geowissenschaften, Physik, Chemie und Biologie des Meeres, aber auch Rechts- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften um den Ozean und dessen Bedeutung für den Menschen. Gemeinsam tragen die Forschenden zu einem besseren Verständnis der Prozesse im Ozean bei und entwickeln Strategien für die nachhaltige Nutzung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Erforschung von Risiken und Nutzungspotenzialen in den Küstenzonen. Der Erfolg von KMS basiert auf der engen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit sieben Fakultäten der CAU, der Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) und dem Forschungs- und Technologiezentrum in Büsum (FTZ).

Societal, Environmental and Cultural Change (SECC): Menschheits- und Umweltgeschichte sind untrennbar verknüpft, sie unterliegen ständigem Wandel und komplexen Wechselwirkungen. Welche Ernährungs- und Wirtschaftsstrategien entwarfen frühere Gesellschaften, um damit umzugehen? Was hielt diese Gesellschaften zusammen, wie gingen sie mit aufkommenden sozialen Ungleichheiten um? Im Forschungsschwerpunkt SECC ("Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel") beteiligen sich fünf Fakultäten der CAU an der interdisziplinären Erforschung dieser Wechselwirkungen. Innerhalb von SECC arbeitet die Johanna-Mestorf-Akademie, geprägt von der Graduiertenschule "Human Development in Landscapes" und dem SFB 1266  "TransformationsDimensionen", eng mit dem Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie (ZBSA) in Schleswig zusammen.

Kiel Nano, Surface and Interface Science (KiNSIS): Hier streben Forschende aus vier Fakultäten der CAU gemeinsam ein umfassendes Verständnis von Nanomaterialien und Oberflächen sowie deren Wechselwirkungen mit der Umwelt an. In Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht, dem Deutschen Elektronen- Synchrotron (DESY), dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) und dem FZ Borstel ist es das erklärte Ziel, die gewonnenen Erkenntnisse auch anwendungsbezogen umzusetzen. KiNSIS erforscht daher schaltbare Moleküle, komplexe Plasmen und deren Materiewechselwirkung, memristive Bauelemente, hochempfindliche Magnetfeldsensoren für Anwendungen in der Medizin sowie smarte Materialien für den Einsatz im Gehirn. Aus diesen vier Schwerpunkten sind drei Exzellenzprojekte hervorgegangen, mit denen die CAU
in den vergangenen zwei Förderperioden der Exzellenzinitiative erfolgreich war. In der kommenden Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder will die Kieler Universität mit vier Cluster-Anträgen erfolgreich sein.

Gute und faire Arbeitsbedingungen

Nicht nur die inhaltliche Ausrichtung der Spitzenforschung, sondern auch die Rahmenbedingungen für die Forschenden, wie sie die Human Resources Strategy for Researchers (HRS4R) der Europäischen Kommission formuliert, entscheiden über den wissenschaftlichen Erfolg. Gute und faire Arbeitsbedingungen sollen die Entwicklung produktiver und dynamischer Forschungskulturen an Universitäten in Europa vorantreiben. Dazu hat die CAU ihre eigene Human Resources Strategy für Forschende entwickelt. Im Februar 2017 wurde ihr dafür das Siegel Human Excellence in Research verliehen. Mit diesem Logo zeichnet die EU-Kommission Universitäten aus, die sich der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Forschenden verpflichtet haben.