Sabine lebte über drei Jahre in einer Beziehung. In den letzten Monaten dieser Beziehung nahmen die Konflikte zu, schließlich kam es vor einem knappen halben Jahr zur Trennung. Auf der einen Seite sehnt sie sich nach einer neuen Partnerschaft, ist sich aber auch unsicher, ob sie sich schon wieder auf einen neuen Mann einlassen kann und bereit für eine neue Beziehung ist.

Sie fragt: "Meine letzte Beziehung ist noch nicht lange her – bin ich schon wieder bereit, mich in einen neuen Menschen zu verlieben?"

Das antwortet Markus Ernst: "Gibt es bestimmte Signale oder Hinweise, die mir zeigen, dass ich bereit für eine neue Beziehung bin – woran merke ich, ob ich mich auf eine neue Partnerschaft einlassen sollte?" – mit dieser Frage ist Sabine nicht allein. Im Coaching für PARSHIP werde ich sehr häufig mit ähnlichen Fragestellungen konfrontiert, die ganz typisch für unsere heutige Zeit sind.

Diese Unsicherheit über das eigene Gefühlsleben und den Stand der emotionalen Verarbeitung zeigt sich mit steigender Tendenz. Ein Grund dafür ist, dass in unserer Gesellschaft der Druck auf Singles stetig zunimmt und in unsicheren Zeiten der Wunsch und das Bedürfnis, nicht alleine zu leben, immer mehr ins Bewusstsein drängen. Alleinsein wird als Makel angesehen, nicht nur, weil man die Zweisamkeit misst, sondern auch, weil man als Angehöriger dieser Spezies nicht selten den unliebsamen "typisch Single!"-Ruf weg hat. Dennoch ist Geduld angesagt, wenn es darum geht, sich (neu) binden zu wollen. Jeder, der sich die Frage stellt, ob er/sie wieder für eine neue Partnerschaft bereit ist, sollte sich ehrlich hinterfragen, ob die Basis für eine neue Partnerschaft gegeben ist.

Um das herausfinden zu können, habe ich mit Sabine kurz über ihre vergangene Beziehung gesprochen: wie lange, wie intensiv war die Verbindung – wer hat die Partnerschaft beendet? Wichtige Anhaltspunkte, da sich hieraus Auswirkungen auf die Art und Dauer der Verarbeitung ergeben. Individuell bestehen hier große Unterschiede, auch in Abhängigkeit davon, ob man "der Verlassene" ist oder "der Verlassende" war. Letzterer hatte meist mehr Zeit, sich auf die Trennung vorzubereiten und fühlte sich als aktiver Part der Situation weniger ausgeliefert. Weiter spielt natürlich auch die Länge und Intensität der vergangenen Beziehung eine Rolle, genauso wie die Art der Trennung.

Um hier Klarheit über die eigene Person zu erhalten, habe ich Sabine weiter empfohlen, sich vorab mit der eigenen Verarbeitung der Trennung auseinanderzusetzen. Als hilfreich hat sich in der Praxis ein Vorgehen anhand des 4-Phasenmodells zur Trauerverabeitung (im Jahr 1969 von E. Kübler-Ross beschrieben, später von J. Bowlby und C. M. Parkes sowie V. Kast – unter Einbezug von Elementen der analytischen Psychologie –modifiziert) erwiesen. Meist gelingt es Ratsuchenden, sich anhand dieses Modells selber ganz gut einzuschätzen. Phase 1: Mit der Trennung vom Partner wird häufig zunächst ein Zustand des "Nicht-Wahrhaben-Wollens" beschrieben. Der Betroffene ist schockiert, fühlt sich empfindungslos. Gefolgt von der zweiten Phase: Emotionen brechen auf, Wut, Trauer, Angst oder Enttäuschung kommt an die Oberfläche. Phase 3 ist gekennzeichnet durch Konsolidierung, der Verlust wird verinnerlicht und sukzessive akzeptiert. In der letzten Phase ist die Trennung soweit verarbeitet, dass neue Rollen, Verhaltensmöglichkeiten und Lebensstile entwickelt werden können. Der Blick ist wieder nach vorne gerichtet. Ab diesem Stadium können auch wieder Beziehungen entstehen, die auf einem stabilen emotionalen Fundament stehen.

In unserem Gespräch war Sabine zunächst überrascht, dass sie die beschriebenen Phasen bei sich selbst zwar ganz gut nachvollziehen konnte, die einzelnen Stadien aber sehr unterschiedlich lange Zeiträume in Anspruch genommen haben. Man kann keine generellen Zeitvorgaben für das Durchlaufen der einzelnen Phasen des Modells aufstellen. Hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede und Abhängigkeiten von der Verfügbarkeit des sozialen Austauschs sowie der eigenen Fähigkeit und Übung, die eigene Situation zu reflektieren.
Letztlich ist es im Gespräch gelungen, dass Sabine mehr Klarheit über den Stand ihrer persönlichen emotionalen Verarbeitung und Bereitschaft, sich auf eine neue Partnerschaft einzulassen, erhalten hat.

Zur Person:
Markus Ernst, PARSHIP Single-Experte und Beziehungs-Coach, Jahrgang 1969, arbeitet seit 2007 als Coach für PARSHIP, der führenden Online- Partneragentur für niveauvolle Singles in Deutschland und Europa. Der Diplom-Psychologe zählt hier zum etablierten Expertenteam und ist Ansprechpartner für alle Themen der Partnersuche, Partnerwahl und Partnerschaft. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit als Single-Coach verfügt er über umfassende Kenntnisse der Wünsche und Bedürfnisse von Singles auf Partnersuche.

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