"Und täglich grüßt das Singletier…"20 Dates und keine Ende in Sicht: Wie kann man sich dennoch motivieren nicht aufzugeben?

"Und täglich grüßt das Singletier…" Sie kommen sich langsam vor wie in dem bekannten Film mit Tom Hanks. Ein Date nach dem anderen endet gleich: Sie gehen voller Vorfreude zum vereinbarten Treffen, die Gewissheit im Herzen, dass sich diesmal auch das Herzflattern einstellt - und kommen mit einem langen Gesicht wieder heim. Und neben der Ratlosigkeit, was diesmal wieder schief gelaufen sein könnte, schwindet auch langsam die Motivation…

Besonders ernüchternd ist es natürlich, wenn Sie im Vorfeld viel Energie für lange E-Mails und stundenlange Gespräche aufgewandt haben und sich in Tagträumereien verloren haben, die alle vom Glück mit der großen Liebe mit genau diesem Partner handelten - und die Realität Ihnen dann doch wieder einen Streich spielt.

Von der Gefahr, x zu erwarten und auf y zu treffen.
Aber genau da liegt vielleicht das Problem, denn die Realität genügt den eigenen Erwartungen nur selten. Fragen Sie sich, was Sie sich von einem Partner wünschen - und ob Ihre Wünsche auch erfüllbar sind. Gerade bei der Online-Partnersuche gibt es die gefährliche Zeit zwischen dem ersten digitalen Kontakt und der ersten "realen" Verabredung. Zeit, in der viel Raum für das Wachstum von Illusionen und Erwartungsfallen ist. Warten Sie nicht zu lange mit dem ersten Treffen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich derweil in Ihrem Kopf ein immer präziseres Bild des potentiellen Partners zurechtwünschen, ist immens hoch. Und je detaillierter die Schablone ist, mit der Sie Ihrem Kandidaten das erste Mal gegenüber treten, desto geringer ist die Chance, dass er oder sie dort auch hineinpasst.

Überdenken Sie Ihr Beuteschema
Dass es letztlich tatsächlich auf die inneren Werte ankommt, wissen wir eigentlich alle. Und es sind auch nicht die Äußerlichkeiten, auf die das Herz dauerhaft anspringt oder die es vertreiben. Nach solchen Schemata Kontakte im Internet zuzulassen oder nicht, macht also wenig Sinn. Natürlich müssen Sympathie und Gesamtbild passen - aber auch das lässt sich nur anhand von einem Foto, das vielleicht einfach nur schlecht ist, nicht wirklich beurteilen. Auch andere Rahmenbedingungen wie Bildungsstand und Beruf sind letztlich nicht immer entscheidend. Es soll Theorien geben, nach denen sich die glücklichste Liebe zwischen einem ungelernten Maurer und einer Ärztin oder einem Diplomaten und einer Verkäuferin findet. 'Wo die Liebe hinfällt', sagt man - und wo das ist, weiß man eben nicht. Und genau das sollte die einzige Bedingung sein, die Sie bei der Partnersuche wirklich akzeptieren. Öffnen Sie sich beim Erstkontakt für alle Möglichkeiten. Ansonsten bleibt Ihr Auswahl-Horizont vielleicht zu klein, um das Glück im Augenwinkel zu erkennen.

Das Spiel mit der Liebe
Auf diesem Weg sollten sich Ihnen ganz neue Möglichkeiten bieten. Lassen Sie sich einfach mal für kurze Zeit darauf ein, die Liebe tatsächlich als ein Spiel zu betrachten. Treffen Sie sich auch mal mit einem Menschen, den Sie vielleicht noch nicht virtuell auf Herz und Nieren geprüft haben oder von dem Sie sich nicht die große Liebe erhoffen - und schauen Sie, was passiert. Sozusagen eine Art modernes 'Blind Date'.

Den Sturz verhindern
Und wenn das nächste Date vor der Tür steht, versuchen Sie Ihre Erwartungen möglichst niedrig zu halten. Wenn Sie schon vor dem Treffen auf der gedanklichen Glücksleiter bis ganz nach oben klettern, droht Ihnen höchstens ein tiefer Fall. Denn dort, wo die Erwartungen schon ganz hoch sind, können Sie auch nicht mehr übertroffen werden. Gehen Sie also so entspannt wie möglich zu Ihren Treffen und hoffen Sie nicht, mit der großen Liebe wieder herauszukommen. Denn eine überdimensionierte Erwartungshaltung kann als Nährboden für Liebe genauso nahrhaft sein, wie Beton für eine Blume. Und dann wird auch da, wo das Saatgut eigentlich stimmt, nichts blühen…

Von Lea-Patricia Kurz