Keine Angst vorm Sex - Tipps für mehr Lockerheit

Kennen Sie dieses Gefühl? Sie haben jemanden kennengelernt und die Chemie scheint einfach zu stimmen. Jedes Treffen toppt das vorherige und die Nähe zwischen ihnen wächst und wächst. Das erste Date Zuhause wird dann auch ganz schnell ernst: Sie küssen sich zum ersten Mal - und merken im selben Augenblick, wie sich ihr ganzer Körper verspannt und der Kopf sich einschaltet: Was mache ich, wenn er oder sie jetzt mehr will? Denn an ihr "letztes Mal" können Sie sich schon gar nicht mehr erinnern …

Die "schönste Nebensache der Welt" kann ganz schnell zu einem Schreckgespenst werden, wenn man aus der Übung ist. Besonders in einer Gesellschaft wie der unseren, die von sich selbst sagt, dass die Menschen "oversexed und underfucked" sind. Sexualität und Sex haben eben einen ganz bestimmten Stellenwert, und die sexuelle Revolution mag ja - neben anderen Vorzügen - ihren Teil zur thematischen Unbefangenheit beigetragen haben, aber seitdem wissen wir auch wie "es" gehen soll. Und zwar haarklein. Kein Wunder also, dass die Verunsicherung steigt, wenn Sie lange keine körperlichen Zärtlichkeiten mehr mit jemandem ausgetauscht haben. Zu groß die Angst, etwas "falsch" zu machen.

Sie sitzen im selben Boot
Was Sie sich in so einem Fall als erstes klarmachen sollten ist die Tatsache, dass Sie nicht darüber nachdenken, mit irgendjemandem ins Bett zu gehen, sondern mit einem Menschen, für den Sie etwas empfinden, und der auch etwas für Sie empfindet. Sie treten nicht zu einem Wettbewerb an und spielen nicht Russisches Roulette. Es geht in erster Linie um Emotionen und Nähe, darum, etwas Wunderbares miteinander zu teilen und nicht darum, einen guten Eindruck zu schinden. Sie können sicher mehr Verständnis erwarten, als Sie denken. Und im Zweifelsfall geht es Ihrem Gegenüber nicht viel anders.

Gib' mir noch Zeit …
… das hört sich zwar zunächst an wie der Satz eines Teenagers, verliert seine Bedeutung aber auch im Laufe eines Erwachsenenlebens nicht. Denn Sexualität hat vor allem etwas mit Vertrauen zu tun. Wir offenbaren unsere intimsten und verletzlichsten Körperregionen und öffnen unsere Seele - da darf man sowohl wählerisch als auch zimperlich sein. Lernen Sie Ihren potentiellen Partner also in Ruhe kennen. Das "erste Mal" mit einem neuen Menschen ist immer etwas Besonderes. Es sollte nicht von Ängsten überschattet werden.

Licht aus und Decke drüber!
Das ist wohl der Wunsch vieler Menschen, die sich vielleicht seit Jahren nicht mehr nackt vor anderen Menschen gezeigt haben. Natürlich ist es schwer, von jetzt auf gleich ein unantastbares Selbstwertgefühl und eine gute Beziehung zu Ihrem Körper bekommen. Sie können nur langfristig versuchen, sich in Ihrem Körper wohl zu fühlen - und damit sind keine Magerkuren oder Marathon-Läufe gemeint, sondern eine gezielte Akzeptanz des eigenen Ichs - egal, wie Sie sind. Wie Sie die erreichen, kann auf ganz verschiedenen Wegen geschehen. Bedenken Sie aber auch immer: Verlieren Sie selbst sofort die Lust, weil der Mensch, mit dem Sie intim werden, nicht makellos ist oder ein paar Kilos mehr drauf hat? Ihnen geht es ja schließlich um den Mensch an sich, oder? Trauen Sie Ihrem Gegenüber also dasselbe Denken zu!
Und zu guter Letzt: Sex ist die natürlichste Sache der Welt - folgen Sie Ihrem Gefühl und vertrauen Sie sich dem Moment an. Denn letztlich können Sie nichts verlernen, das so individuell ist, wie es alt ist: Sexualität ist alles, aber keine Frage von "richtig" und "falsch".

Von Lea-Patricia Kurz