Der Sommer naht, die Klamotten werden weniger und knapper, nur Ihre Fülle bleibt dieselbe? Keine Frage, Sie fühlen sich unwohl und sind überzeugt, dass ein paar Kilos weniger Ihnen und Ihrer Figur nur gut tun können. Doch tut dies auch Ihrer Beziehung gut? Wahrscheinlich eher weniger.
Natürlich – der Idealfall ist der, dass auch Ihr Partner von der Idee begeistert ist und mitzieht. Gegenseitig kann man sich ermahnen, ermutigen und so viel leichter durchhalten. Dies ist aber leider nur selten der Fall. Viel größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Liebster oder Ihre Liebste die Augen gen Himmel verdreht, wenn Sie ihm Ihr Vorhaben nahe bringen.
Bevor Sie sich also Gedanken über Ihren Speiseplan machen, sollten Sie zunächst über die Umsetzung nachdenken. Am Besten beziehen Sie Ihren Partner in die Überlegungen mit ein – damit möglichst nur die Kilos purzeln und nicht der Haussegen:

Die Motivation prüfen
Das ist besonders dann ein wichtiger Faktor, wenn Ihr Diätwunsch von einem unbedachten Kommentar Ihres Partners herrührt. Vielleicht hat Ihre Herzdame Sie liebevoll in Ihren kleinen Bauch gezwickt, sich aber gar nichts dabei gedacht oder Ihr Partner hat einer besonders schlanken Frau nachgeschaut, und damit den Finger in Ihre Wunde gelegt. Wenn Sie nur Ihrem Partner zuliebe abnehmen wollen, ist das der falsche Weg, denn spätestens in harten Entzugszeiten werden Sie ihm oder ihr genau das vorhalten: "Ich mach das doch eh' nur deinetwegen!" Schlimmer noch, wenn die Speckröllchen aus Zeiten kommen, in denen es in Ihrer Beziehung nicht so rund lief, und Sie der Frust zum Kühlschrank getrieben hat. Klären Sie Ihre Beweggründe und legen Sie die Karten offen auf den Tisch – auch (und besonders) sich selbst gegenüber!

Schuster, bleib' bei deinen Leisten
Prüfen Sie, ob es auch wirklich nur um Sie geht. Ein hoher Stressfaktor für die Beziehung wird Ihre Diät dann, wenn Sie jeden Schokoriegel und jedes Kohlehydrat, das Ihr Partner zu sich nimmt, mit einem strengen Blick auf seine Hüften begleiten oder mit einem Stirnrunzeln quittieren. Wenn Sie abnehmen wollen, tun Sie das - aber lassen Sie Ihrem Partner seinen Genuss.

Diätfallen entschärfen
Ganz schwierig wird es, wenn Ihr Partner nicht bereit ist, Rücksicht zu nehmen. Beim 'Tatort' oder der 'Tagessschau' an einem Möhrchen zu knabbern kann in der Anfangszeit schon schlimm genug sein. Wenn aber gleichzeitig das Rascheln einer Chipstüte neben Ihnen verführerisch in Ihren Ohren rauscht, kann der Abend zu einem partnerschaftlichen Fiasko werden.

Frust frisst Frieden
Frust ist fast in jeder Diät ein fester Programmpunkt. Ganz fatal sind seine Folgen jedoch dann, wenn Sie diesen Frust auf Ihrem Partner abladen. Überlegen Sie sich vorher, wie Sie mit den Stimmungstiefs einer Diät umgehen. Sport kann hier zum Beispiel sogar im doppelten Sinn helfen!
Sie sehen, der Erfolg Ihrer Diät ist nicht ganz unabhängig von der Harmonie Ihrer Beziehung und die Unterstützung durch den Liebsten: Sprechen Sie mit Ihrem Partner, äußern Sie Ihre Bedenken und bitten Sie um Rücksicht und Verständnis. Dazu gehört aber auch, dass der zeitliche Diätrahmen klar abgesteckt ist. Denn auch die Rücksicht Ihres Partners oder Ihrer Partnerin hat ihre Grenzen! Und der nervliche Beistand ist Ihnen sicherer, wenn Ihr Schatz weiß, wie lange Ihre Diät geplant ist. Keinesfalls sollte sich alles nur noch um das Essen oder das Nicht-Essen drehen. Aber jemanden an seiner Seite zu haben, der auch mal die kritische Notbremse ziehen kann, ist nicht verkehrt. Denn der Weg in die Essstörung kann schnell eingeschlagen sein!

von Lea-Patricia Kurz