Endlich Eltern - das Ende der Zweisamkeit?

Es ist soweit, der ersehnte Nachwuchs krönt Ihre Liebe und Sie sind endlich zu dritt! Die ersten Tage sind stressig, aber dank eines Hormoncocktails von Mutter Natur meistern Sie jede Unebenheit auf der Nervenautobahn im Handumdrehen. Alles könnte so schön sein, doch nach und nach schleicht sich der Alltag wieder ein und es ist nicht mehr zu verleugnen: Ihre Partnerschaft kommt zu kurz! Wie lässt sich das vermeiden?

Sie werden es sicher kennen - das gemeinsame Glück erscheint zunächst unendlich, doch der Alltag kehrt wieder, nur mit dem "kleinen" Unterschied, dass sich nicht mehr alles um Ihre Liebe dreht: Gesprächsthemen reduzieren sich auf das Notwendigste, um den Tag zu organisieren, selbst Freunde und Verwandte kennen plötzlich nur noch das Thema Nachwuchs, die Nerven liegen nach Wochen der Schlaflosigkeit blank und die Augenringe wachsen stündlich. Nur verständlich, dass für Liebe und Zärtlichkeit kaum noch Platz ist und Sie als Paar kaum noch Zeit füreinander finden. Was also tun, um die Beziehung in diesen veränderten Alltag wieder zu integrieren?

Verdeutlichen Sie sich, dass sich der Stress langfristig negativ auf die Qualität Ihrer Beziehung auswirken kann. Wenn das Kind endlich da ist, leisten Sie beide Übermenschliches: Sie schlafen wenig, arbeiten viel und reden mehr über Babynahrung, als über eigene Probleme. Unzufriedenheiten oder Ärger über andere Dinge werden oft hinuntergeschluckt und stauen sich an. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, wie Sie das verhindern können.

Unterstützen Sie sich gegenseitig
Bei vielen Paaren wirkt es plötzlich so, als arbeiteten sie eher gegeneinander, als miteinander - es wird um Aufmerksamkeit und Anerkennung gerungen. Hier hilft nur eine klare Aufgabenverteilung: Zum Beispiel ist es eine Möglichkeit, eine Art "Babydienst" einzuführen - mal bringt der eine, dann der andere das Kind abends ins Bett und steht nachts auf. Das verschafft nicht nur einem der beiden eine durchgeschlafene Nacht sondern stärkt auch das Gefühl, wieder an einem Strang zu ziehen! Gerade für junge Eltern gibt es sehr viele Produkte, die den Alltag mit einem kleinen Kind und seinen Bedürfnissen erleichtern. Sprechen Sie andere Eltern an und tauschen Sie sich aus.

Sich Zeit freischaufeln
Überlegen Sie, wer Ihnen ab und zu als Babysitter aushelfen könnte. Wenn Sie merken, dass Sie sich wieder zu sehr voneinander entfernt haben und eine Auszeit vertragen könnten, nutzen Sie diese Möglichkeit unbedingt für "Quality-Time zu zweit". Machen Sie Dinge, die Sie früher gern zusammen gemacht haben: Seien Sie albern, verträumt, verrückt und leben Sie Dinge aus, die Sie als Paar aneinander lieben gelernt haben.

Mut zur Individualität
Viele Paare erleben sich selbst in einer Art "Ausharr-Stellung", in der das Kind die Regeln vorgibt, die nur noch wenig mit dem Ursprungsgeist Ihrer bisherigen Beziehung zu tun haben. Wenn Sie vorher begeistert campen gegangen sind, versuchen Sie herauszufinden, wie dies auch mit Kind umzusetzen ist. Argumentieren Sie die Möglichkeit nicht weg mit dem gern gebrauchten Satz: "Diese Zeiten sind nun vorbei." Lassen Sie sich hier auch nicht verunsichern von anderen - es ist mehr möglich, als man glaubt. Wenn das Ihr Weg ist, dann gehen Sie ihn. Schließlich lebt Ihre Beziehung von Individualität, Bestätigung und Ihrer Liebe füreinander. Warum also nicht wie früher "einfach mal verrückt sein" und nun eben die Kinder mit einbeziehen? Haben Sie den Mut, sich auf Ihre individuellen Werte zu berufen und auch neue Wege zu gehen!

Das Wichtigste ist allerdings, dass Sie als Paar die Bedürfnisse und Ängste des jeweils anderen kennenlernen. Ermöglichen Sie Ihrem Partner, Sie besser verstehen zu lernen, denn ein Kind gehörte bisher ja nicht zu Ihren Alltagssituationen. Sie als Vater oder Mutter sind also auch für Ihren Partner Neuland. Eigentlich doch auch eine Chance, sich auf neue Art und Weise kennenzulernen, oder?

Von Lea-Patricia Kurz
 

 
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