Liebesgeflüster in 160 Zeichen

SMS haben nach wie vor einen hohen Stellenwert in der sozialen Interaktion. Aber wie nutzt man dies für die Liebe?

Ursprünglich waren SMS - der Kurznachrichtendienst des Mobilfunks - dafür gedacht, sehr kurze, auf 160 Zeichen begrenzte Nachrichten zu verschicken. Primär dachten die Erfinder dabei wohl an einfache Informationsübermittlung wie "Treffen bei Tino um 9 Uhr" oder "Omas Telefonnummer ist 836383". Doch ein regelrechter Hype hat diesen Dienst in den Neunzigern ergriffen. Bis heute greifen SMS prägend in das zwischenmenschliche Miteinander ein. Anstatt kurz anzurufen, werden ganze Gespräche auf diese Weise geführt und Verabredungen getroffen und auch die Liebe findet ihren Platz in den Zwischenräumen von 160 Zeichen.

Sie kennen Sie sicher auch - die süßen Zeilen, die sich zwischen Mittagspause und Feierabend genießen lassen, das digitale Liebesgeflüster, das auch von Smartphones und dem dauerhaften Online-Zugang bisher nicht wirklich abgelöst werden konnte. Es gehört schon fast zum guten Ton, eine Bekanntschaft mit einer netten SMS zu beginnen, zu begleiten und lebendig zu halten.

Aber wie funktioniert so ein richtiger SMS-Flirt eigentlich? Denn nicht nur die möglichen Zeichen sind begrenzt, sondern die gesamte Kommunikation um wesentliche Faktoren wie Blick, Gestik, Mimik und Tonfall des Gegenübers beschnitten. Da tritt man schnell ins Fettnäpfchen.

Der Name ist Programm
Halten Sie sich kurz. Es gilt: Keine langen Abhandlungen oder komplizierten Spiegelungen Ihres Innenlebens. SMS sind perfekte Helfer, wenn es darum geht, frech, verlockend und geheimnisvoll zu sein und Ihre Bekanntschaft neugierig auf Sie zu machen.

Think positive!
SMS eignen sich für so einiges - aber sicher nicht dafür, negative Vibrationen zu übertragen. Viel wichtiger aber noch: Sie verschrecken Ihr Gegenüber mit großer Sicherheit, weil Negatives meist kompliziert ist - und daher ungeeignet für eine Kurznachricht. Beschränken Sie sich also auf die positiven und spannenden Aspekte Ihres Alltags. Ihr Schwarm soll ja schließlich den Wunsch verspüren, ein Teil davon zu sein.

Seien Sie überraschend
Eine SMS ist wie eine kleine Überschrift, eine Art Schlagzeile Ihrer Persönlichkeit. Deren Wirkung ist am größten, wenn niemand mit ihr rechnet. Wenn Sie also wissen, dass er beim Zahnarzt oder im Meeting ist und eigentlich anderweitig konzentriert sein sollte, punkten Sie am ehesten.

Sparsamkeit
Nutzen Sie besonders die Smileys mit Bedacht. Die kleinen grinsenden Gesichter, die sich aus meist drei Zeichen zusammensetzen, sind gut, um Ironie zu verdeutlichen oder Freude auszudrücken. Aber seien Sie sparsam und gezielt damit. Es gibt Menschen, die können kaum noch ohne sie kommunizieren - und das nervt gewaltig.

Vorsicht vor Missverständnissen

Und wo wir gerade beim Thema sind: Seien Sie vorsichtig mit zu tiefgründigem Humor oder missverständlichen Äußerungen. Es gibt Dinge, die lassen sich nur mit Blick in die Augen des Sagenden verstehen. Dennoch ist Humor auch die Waffe der Liebe: Ein guter Witz oder Schlagfertigkeit können betören und beeindrucken.

Vermeiden Sie Routine
Nichts langweilt mehr, als Wiederholungen. Ob das nun das Fernsehprogramm ist oder die ewig gleiche Kurznachricht am Morgen und am Abend. Seien Sie also kreativ.

Bleiben Sie real
Bedenken Sie immer: SMS dienen nur dazu, die Zeit zwischen zwei realen Treffen etwas interessanter zu gestalten. Nehmen Sie dieses Instrument also nicht zu wichtig. Und vor allem: Wenn Sie merken, dass Sie auf ein handfestes Missverständnis zusteuern oder es anderweitig schwierig wird: Rufen Sie an oder gehen Sie vorbei. Denn Sie wollen sicher nicht irgendwann eine SMS bekommen mit dem Inhalt: "Es ist aus."

Von Lea-Patricia Kurz

 
    Service