Mundgeruch: Wie spreche ich mein Date darauf an?
Einen guten Eindruck möchte ja eigentlich jeder machen. Besonders natürlich, wenn man auf Partnersuche ist. Und Ihrem Partner scheint das auch zu gelingen: Sie sind schwer verliebt - bis er oder sie den Mund aufmacht… Wie kann man das Thema Mundgeruch ansprechen?
Vor einem ersten Date verbringen Sie Stunden im Bad und vor dem Spiegel, um sich von Ihrer besten Seite zu zeigen. Und das Gleiche erwarten Sie doch auch von Ihrer Verabredung, oder? Denn gerade wenn Sie sich noch nicht so gut kennen, ist die Wahrnehmung geschärfter denn je: Die kleinste Falte im Outfit und der fehlende Schmuckstein im Ohrring fallen auf, jeder Augenaufschlag wird interpretiert und die Körperhaltung führt unterbewusst ihre ganz eigene Art der Kommunikation. Im Laufe des Abends rücken Sie dann vielleicht näher zueinander hin und es ist klar: Hier fliegen gerade die Funken! Die Musik in der Kneipe wird lauter, Ihre Unterhaltung auch, Sie beugen sich herüber und dann … Mundgeruch! Es gibt wohl keine erbarmungslosere Rückkehr in die Realität als der schlechte Atem des Gesprächspartners. Und kaum eine schwierigere Zwickmühle, denn: Wie können Sie Ihren potentiellen Partner darauf aufmerksam machen, wenn der Mundgeruch auch beim nächsten Treffen noch da ist, ohne ihn oder sie in eine peinliche Lage zu bringen?
Mit so einer Situation umzugehen ist natürlich heikel, denn immerhin geht es hier darum, sich jemandem annähern zu wollen - und das langfristig auch körperlich. Doch allein der Gedanke ans Küssen vergeht Ihnen schon, wenn der schlechte Mundgeruch Ihnen entgegenschlägt. Verständlich. Aber dennoch eine weise Entscheidung, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Denn die Angst vor peinlichen Situationen steckt wohl den meisten von uns in den Gliedern: Auf einen offenen Hosenschlitz, am Fuß klebendes Toilettenpapier oder Spinat zwischen den Zähnen angesprochen zu werden lässt sich ja noch ertragen, denn das ist alles schnell behoben. Anders hingegen bei Schweißflecken, fettigen Haaren oder eben Mundgeruch. Hier gilt es, sein Gesicht zu wahren und manchmal sitzt die Peinlichkeit so tief, dass der andere Ihnen nicht mehr unter die Augen treten möchte. Und genau so einen Rückzug wollen Sie ja verhindern. Denn ansonsten könnte dieser Mensch ja genau der sein, den Sie immer gesucht haben.
Ein altbekannter Trick ist es ja, seinem Gegenüber ein Kaugummi anzubieten. Ein Wurf mit dem Zaunpfahl könnte man denken, doch weit gefehlt: Manche verstehen die Anspielung nicht und lehnen dankend ab. Auch bei Wiederholung dieses strategischen Kniffs fällt vielleicht noch nicht der Groschen und Sie beginnen langsam, sich aufdringlich vorzukommen.
Weitere Möglichkeiten, subtile Hinweise zu geben, gibt natürlich die Zahnwerbung. Sollten Sie einen gemeinsamen Abend vor dem Fernseher verbringen, können Sie bei so einer Gelegenheit natürlich unverfänglich fragen, ob er oder sie dieses Produkt ausprobiert hat und empfehlen könnte. So entsteht zumindest ein Gespräch, bei dem Sie herausfinden können, ob Ihr Flirtpartner generell nichts von Zahnhygiene hält, vielleicht panische Angst vor dem Zahnarzt hat oder aber vielleicht gar nicht die Hygiene selbst schuld ist: Denn hinter einem schlechten Atem können auch ganz andere Dinge stehen, wie zum Beispiel Magen-Darm-Probleme oder gar innere Krankheiten, die noch nicht entdeckt wurden.
Sollten aber all die dezenten Anspielungen nichts helfen und Sie bei jedem weiteren Treffen wieder mit dem Thema - beziehungsweise dem Mundgeruch - konfrontiert werden, hilft meist nur noch der Schritt nach vorn. Achten Sie einfach darauf, dass schon eine gewisse Vertrautheit zwischen Ihnen vorhanden ist, wenn Sie das Thema liebevoll ansprechen. Zeigen Sie Verständnis und machen Sie klar, dass Sie den anderen weder vor den Kopf, noch von sich stoßen wollen.
Um das Gespräch kommen Sie wohl nicht herum, denn die Alternative wäre nämlich, dass Sie Ihr Date zwar weder in eine peinliche Situation bringen noch seinen Rückzug riskieren - dafür aber vielleicht Ihren eigenen. Denn noch immer kommt es nicht von ungefähr, dass man sich "gut riechen kann" - oder eben nicht.
Von Lea-Patricia Kurz





