Machen wir uns nichts vor: Sie wünschen sich einen Partner, die Frau fürs Leben, zumindest aber endlich wieder Nähe und Geborgenheit und die Leichtigkeit des Verliebtseins. Es wäre vermessen, Ihnen verbal auf die Schulter klopfen und sagen zu wollen: "Das wird schon." Damit ist Ihnen nicht geholfen. Worum es geht, ist die Frage, wie die Zeit der Partnersuche dennoch eine lebenswerte Zeit sein kann.

Finger weg von "Lebens-Weisen"

Und vielleicht ist genau das der erste Tipp, den Sie sich zu Herzen nehmen sollten: Halten Sie sich fern von Sprücheklopfern, die es vielleicht "gut meinen", aber eben nur das - und das auch noch an der Oberfläche. Sie wissen selbst, dass andere Mütter auch schöne Kinder haben und morgen schon alles anders aussieht. Dennoch bleiben die Einsamkeit und auch das Gefühl, das Leben allein stemmen zu müssen. Und das schmerzt eben. Ob Sie den Kopf nun hoch halten oder die Schultern hängen lassen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Dies ist zwar auf den ersten Blick auch nur ein Spruch, gibt Ihnen aber handfeste Hinweise auf einen guten Umgang mit Ihrer Situation. Und er trifft gleich zweimal zu: Denn einerseits wollen Sie genau das - Ihr Leid bzw. Ihre Alltagssorgen mit jemandem teilen - und andererseits fehlt genau dieser jemand. Gerade, wenn Sie in einem Freundeskreis mit lauter glücklichen Beziehungen sind, werden Sie Ihr Alleinsein immer wieder schmerzlich spüren. Sich ständig mit glücklich Liierten zu umgeben ist auch eine Art von Selbstgeißelung. Ihre verliebte beste Freundin wird bei aller Geduld wahrscheinlich doch irgendwann genervt sein von Ihrem Kummer, und falls nicht, werden Sie selbst irgendwann das Gefühl haben, dass sie es sein müsste. Suchen Sie sich also zusätzlich die Gesellschaft von Singles! Es geht nicht darum, sich gegenseitig runter zu ziehen. Aber mit jemandem zu sprechen, der den eigenen Kummer nicht nur verstehen, sondern auch nachvollziehen kann, ist oft wie eine Erlösung.

Seien Sie aktiv - auch mit sich selbst

Verbannen Sie die konkreten Zeichen des Alleinseins aus Ihrem Alltag: Wenn Sie an der Zwiesprache verzweifeln, die Sie abends nach der Arbeit mit der Stille halten müssen, ziehen Sie in eine Wohngemeinschaft - oder zumindest in eine belebtere Gegend oder ein Haus mit lebhaften Nachbarn. Seien Sie aktiv! Treten Sie einem Sportverein bei oder lernen Sie eine neue Fremdsprache. Wenn das Leben um Sie herum bewegt ist, hat die Einsamkeit weniger Raum. Wenn Sie kein geselliger Mensch sind, lernen Sie zum Beispiel Gitarre oder widmen Sie sich einem anderen Projekt: Von der Umgestaltung der Wohnung bis hin zu Tiersitting oder der Erstellung eines Blogs zu einem Thema, das Ihnen am Herzen liegt, ist hier vieles denkbar.

Liebe dich selbst…

Versuchen Sie, Ihr Alleinsein ein bisschen spielerisch zu sehen. Sorgen Sie für sich selbst, als wären Sie zwei Personen. Machen Sie kleine Verabredungen mit sich selbst, bekochen Sie sich, gehen Sie in die Sauna, gönnen Sie sich eine professionelle Massage und tun Sie sich einfach etwas Gutes. Im Alltag vergessen viele Menschen sich selbst. Es ist nicht die Lösung für das Alleinsein, aber ob mit oder ohne Partner - die Liebe zum eigenen Ich kommt oft zu kurz.

Grübeln Sie nicht

Manchmal treibt es einem vor Verzweiflung die Tränen in die Augen - das ist verständlich und hin und wieder auch bitter nötig. Aber passen Sie auf, dass Sie in Ihrem Kummer nicht versinken. Das macht sich weder attraktiver, noch glücklicher. Finden Sie die gute Balance zwischen gesundem Kummer und einer 'Jetzt-erst-recht'-Haltung.

Von Lea-Patricia Kurz