Was tun, wenn man bei der Partnersuche auf Kollegen oder Bekannte trifft?

Man sollte ja meinen, dass das Internet und die Auswahl an Singles inzwischen so groß ist, dass es so gut wie unmöglich sein dürfte, bei der Online-Partnersuche jemanden zu "treffen", den man kennt. Und doch passiert es. Wie geht man damit um, wenn einen auf einmal der Kollege aus der Nachbarabteilung vom Bildschirm anlächelt oder vielleicht sogar die Ex-Freundin?

Durch die zunehmende Digitalisierung wird die Welt größer und unpersönlicher - so zumindest behaupten es immer wieder Kritiker von Internet und Co. In dem Fall sollte es ja kein Problem sein, in Ruhe, anonym und unentdeckt nach einem Partner im Internet zu suchen. Doch Pustekuchen! Denn das Internet wird nicht nur größer - es wird auch intelligenter. Und so kann es durchaus passieren, dass einem auf einem Partnervermittlungsportal mal das eine oder andere bekannte Gesicht über den Weg läuft. Denn viele Gemeinsamkeiten, wie zum Beispiel dieselbe Stadt, derselbe Beruf, dasselbe Alter oder ähnliche Hobbys, erhöhen auch die Chance, das eigene Umfeld wiederzutreffen oder vielleicht sogar den Ex-Partner als potentiellen Traum-Kandidaten vorgeschlagen zu bekommen.
Das kann natürlich zu unangenehmen Situationen führen, gerade, wenn es sich um Kollegen oder Vorgesetzte handelt. Nicht immer möchte man, dass bekannt wird, dass man das Glück in der Liebe online sucht. Natürlich kann es auch passieren, dass Sie sich zunächst ein paar Mails hin und her schreiben, ohne zu ahnen, wen Sie dort vor sich haben. Erst beim Freischalten der Fotos fällt es Ihnen dann wie Schuppen von den Augen. Ein gutes Argument also, sich möglichst früh gegenseitig die Bilder freizuschalten.
Doch was tun, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist?
Bei aller Peinlichkeit gilt zunächst: Vergessen Sie nicht, dass Sie nicht der einzige sind, der bei der Online-Partnersuche "ertappt" wurde. Ihr Gegenüber sitzt im selben Boot wie Sie auch. Sie werden also wohl kaum mit Häme am Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis rechnen müssen. Im Gegenteil - es verbindet Sie jetzt zumindest ein kleines "Geheimnis". Ob das gut oder schlecht ist, hängt natürlich von der betreffenden Person ab. Denn natürlich schreibt man vor allem persönliche Dinge in sein Profil und auch private Fotos haben einen Hauch von Intimität, den man eben nicht gern mit jedem teilt.
Wie das Ganze also ausgeht, hängt letztlich von Ihrer Souveränität ab. Am besten nehmen Sie es jedoch mit Humor. Einem Kollegen könnten Sie zum Beispiel schreiben: "Wie es aussieht, passen wir ganz gut zusammen. Schade nur, dass ich Privates und Berufliches trenne." Und auch bei Ex-Partnern oder Bekannten sollten Sie das Ganze mit einem Augenzwinkern nehmen. Je nachdem, ob Sie sich im Guten oder im Schlechten getrennt haben, können Sie auch einfach zur Tagesordnung übergehen, den anderen löschen und weiter suchen.

In keinem Fall sollten Sie jedoch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und den anderen um Stillschweigen bitten. Sie geraten damit nur in eine Abhängigkeitssituation, die gerade beruflich nicht ungefährlich sein kann. Es ist nichts dabei, auf Partnersuche zu sein! Machen Sie daraus also keine Staatsaffäre. Ihrem Kollegen oder Bekannten ist es wahrscheinlich mindestens so unangenehm wie Ihnen selbst.

All diese Ratschläge gelten natürlich immer nur unter der Voraussetzung, dass Sie am anderen nicht interessiert sind oder die Peinlichkeit der ganzen Situationen ist größer als die Neugierde, warum ausgerechnet Sie einander vorgeschlagen wurden. Denn ganz ehrlich: Vielleicht lohnt es sich ja doch, einen zweiten Blick zu riskieren? Das Schicksal soll ja bekanntlich schon die größten Umwege genommen haben.

Von Lea-Patricia Kurz