Der perfekte Langweiler-Tag für Singles

Als Jungendliche haben Sie es in Perfektion beherrscht: Das Herumgammeln. Am Wochenende bis zum Nachmittag schlafen, im Bett liegen, lesen, Gameboy oder Playstation spielen und nicht an morgen denken? Ihre Eltern hat es zur Weißglut getrieben, aber Sie konnten nicht genug davon kriegen. Wie sieht so ein Tag heute aus?

Pärchen tendieren ja dann doch manchmal noch dazu, den Sonntag im Bett zu verbringen. Zu zweit macht das ja auch viel mehr Spaß und ergibt irgendwie auch einen Sinn: Unter der Bettdecke kichern, lange Gespräche führen, kuscheln und sich nahe sein, fernsehen, sich gegenseitig füttern oder etwas vorlesen - die Möglichkeiten erscheinen unbegrenzt und vor allem auch verlockend.

Aber allein? Kommt man da nicht nur ins Grübeln, beginnt sich zu langweilen oder hat das Gefühl, der Tag würde ungenutzt verstreichen? Zudem gehört Faulenzerei nicht gerade zu den Tugenden und durch den Job ist man meist schon seit Jahren in einer Spirale aus Stress und Leistungsdruck, aus der sich nur schwer aussteigen lässt.
Dabei ist genau das enorm wichtig: Einfach auch mal nichts tun zu können und die Langsamkeit zu genießen. Und dafür braucht es nicht zwingend einen Partner. Denn was Pärchen können, können Singles schon lange! Sie müssen es sich nur vornehmen und brauchen nur eine Grundregel: Keine Termine und keine Verpflichtungen! Und dann kann es auch schon losgehen:

Schlafen, so lange der Körper will
Es wird schwer fallen, aber gönnen Sie sich doch mal den Luxus, sich keinen Wecker zu stellen und zu schauen, wann Sie von allein aufwachen. Schalten Sie Ihr Handy am Vorabend aus, ziehen Sie den Stecker des Festnetztelefons und schalten Sie auch die Türklingel ab. Sie werden erstaunt sein, wie lange Sie schlafen. Denn leider gönnen wir unserem Körper nur selten die Anzahl an Ruhe-Stunden, die er tatsächlich braucht, um voll funktionsfähig zu sein.

Schlemmen wie Gott in Frankreich

Wenn Sie dann ausgeruht sind, dürfen Sie so verschlafen wie Sie sind und im Pyjama in die Küche schlurfen. Keine geschniegelten Outfits, keine Schminke, kein Zähneputzen. Was immer Sie morgens gern essen - und wenn es nur ein Kaffee ist - tun Sie es im Bett. Brötchen, Marmelade, Nutella, Obstsalat, Müsli, frisch gepresster Orangensaft - zelebrieren Sie Ihr persönliches Schlaraffenland. Dazu Ihre Morgenzeitung oder ein Buch. Oder vielleicht mal eine klassische CD, Elvis oder Radio? Schließen Sie die Augen und freuen Sie sich, dass an diesem Tag weder Druck noch Leistung die Oberhand haben.

Erlaubt ist, was gefällt
Das Schöne an solchen Tagen ist, dass sie ganz allein Ihnen gehören. Sie werden merken, dass das gar nicht einfach ist. Machen Sie mal eine Strichliste darüber, wie oft Sie denken: "Ich muss noch xy machen". Wenn Sie einen zweiten Zettel brauchen, hören Sie auf. Denn dann haben Sie das Entspannen besonders nötig.
Heute machen Sie nur, was Ihnen gefällt: Fernsehen bis die Augen jucken, Computer spielen, schlafen, telefonieren, zeichnen, aus dem Fenster schauen, ins Kino gehen und drei Filme hintereinander schauen - was auch immer. Hauptsache, Sie tun es ohne Pflichtgefühl und nur aus freien Stücken heraus. Denn erst dann ist es ein richtiger "Faulenzer-Tag".
Sollte Ihnen das nicht gelingen, und Sie immer wieder in alte Muster hineinrutschen, To-Do-Listen suchen oder schreiben und merken, dass Sie beginnen sich einzureden, dass Sie das was Sie tun müssen, auch tun wollen, hilft nur die radikale Methode: Machen Sie alles anders als sonst. Wenn Sie sonst lange duschen, duschen Sie kurz, statt heiß mal kalt, statt Kaffee Tee, statt Buch heute fernsehen und so weiter. Das trainiert die persönliche Flexibilität und schon bald wird Ihnen so ein Faulenzer-Tag mit Leichtigkeit von der Hand gehen. Denn so absurd es klingt: Auch Entspannung muss man meist erst wieder lernen!

Von Lea-Patricia Kurz