Über Geschmack lässt sich streiten - besonders in der Liebe

Der ausgefallene englische Hut, das Puffmutti-Outfit oder die Anrüchigkeit goldener Ketten, die sich in Brusthaartoupets verfangen - Kleider machen Leute und sorgen für Ärger. Denn was der eine Partner anzieht, will der andere nicht zwingend tolerieren.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich ja die eine oder andere Diskussion führen, mal hitzig, mal augenzwinkernd, aber immer mit dem Wissen, dass das Debattieren über Geschmacksfragen eigentlich überhaupt keinen Sinn macht - und dennoch tut man es. Auch in Partnerschaften kann es hierüber wirklich zum Streit kommen und natürlich geht es dabei meistens um das Styling des anderen. Da will sie nicht mit ihm vor die Tür treten, wenn er nicht augenblicklich die weißen Socken zu schwarzer Hose unterlässt oder die pink gestreifte Krawatte ablegt und er bezeichnet ihren Rollkragenpulli als bieder oder findet, dass sie in dem sackartigen Kleid aussieht wie eine Kartoffel.

Da hilft es auch nicht, dreimal täglich beschwörend vor sich hin zu murmeln, dass das Äußere keine Rolle spielt und die inneren Werte überzeugen müssen - die Zahlen einer von PARSHIP durchgeführten Studie sprechen eine andere Sprache: Immerhin noch zwanzig Prozent aller Befragten zwischen 18 und 65 Jahren wünschen sich, dass der Partner oder die Partnerin mehr auf das eigene Äußere achtet. Und nicht immer ist es dabei das eigene Interesse, das dahinter steckt. Manchmal ist die Motivation zur Kritik am Outfit des Partners auch ein altbekanntes: "Was denken die Leute?" Ja, was denken sie nur? Das wollen 8 Prozent der Studienteilnehmer lieber gar nicht wissen und gaben an, dass sie sich wegen des Stylings Ihres Lebensgefährten oft unwohl oder sogar peinlich berührt fühlen. Interessant dabei: Jeder zehnte Mann schämt sich auf diese Art und Weise für seine Frau - und das sind doppelt so viele Männer wie Frauen.

Aber auch, wenn das Styling des Partners Anlass zur Sorge oder zumindest zur Diskussion gibt, beruhigend ist, dass die meisten Paare in letzter Instanz einen ganz toleranten Umgang in Sachen Styling miteinander pflegen: Denn den meisten ist es dann doch wichtiger, dass sich der Partner mit dem gewählten Outfit wohl fühlt, und nicht man selbst. Und auch da liegen die Männer wieder mit einer Nasenlänge vorn: 61% der befragten Männer möchten, dass ihre Partnerin mit sich zufrieden ist, im Vergleich dazu sind es 51% Prozent der Frauen, die im Interesse Ihres Mannes bei seiner Kleiderwahl ein Auge zudrücken.

Doch ob Pyjama oder High Heels - die Hosen behalten in deutschen Beziehungen die Frauen an: Beinahe jede fünfte Frau gibt an, das Styling ihres Mannes im Laufe der Partnerschaft komplett verändert zu haben. Den Beweis für den Wahrheitsgehalt dieser Aussage liefern die Herren der Schöpfung selbst: Jeder dritte Mann lässt im Zweifel die Partnerin entscheiden.

Und sollte Ihr Liebster oder Ihre Liebste sich mal so völlig vergriffen haben und sich vor dem großen Gala-Diner so gar keine Einigung mehr finden lassen, bleiben Sie doch einfach Zuhause und verbringen den Abend zu zweit. Denn ohne Kleider streitet es sich doch immer noch am Besten …

Von Lea-Patricia Kurz