Schenkt man der Mythologie glauben, so war es Furcht, die den Göttervater Zeus einst dazu bewog, die vollkommene Einheit der Menschen in Mann und Frau zu teilen. Seitdem sucht ein jeder nach seiner fehlenden Hälfte, irrt durchs Leben auf der Suche nach dem Einen, der einst verloren ging. Vielleicht erklärt sich dadurch diese fast unerträgliche Spannung, wenn wir auf einen neuen Menschen treffen, der uns tief innen berührt, unser Herz höher schlagen und unsere Hände zittrig werden lässt. Voller Hoffnung, unsere Gesamtheit wiederzuerlangen, stürzen wir uns auf alles, was wir von demjenigen kriegen können, wollen alles wissen und alles erzählen und streben nach vollständiger Verschmelzung.

Aber auch, wenn das Fundament unsere Kultur mythologisch geprägt ist, so sind es gelebter Alltag und Wahrnehmung eher weniger. Das schnelle Streben nach Verschmelzung und Einigkeit - woher auch immer es kommen mag - kann den einen oder die andere verschrecken. Und was romantisch und vielversprechend begann, ist dann schneller zu Ende als Ihnen lieb ist. Was genau Sie mit Ihrem neuen Partner wann und warum teilen, bleibt letztlich eine Frage des eigenen Ermessens, aber bei folgenden Themen sollten Sie zunächst erst einmal auf der Hut sein, bevor sie mit der Tür ins Haus fallen:

Ex-Partner
Keiner möchte wissen, dass es schon jemanden vor ihm gab. Zumindest erst einmal nicht. Wird gezielt danach gefragt, sollten Sie allerdings auch nicht lügen. Gehen Sie davon aus, dass Ihr neuer Partner schon wissen wird, was ihn interessiert und was er aushält zu erfahren. Wichtig: Bleiben Sie sachlich. Ein absolutes No-Go ist es, sich negativ über den Ex zu äußern. Das wirkt nicht nur indiskret, sondern kann auch als subtile Warnung oder Botschaft aufgefasst werden. Intimitäten und Beziehungsprobleme aus der Vergangenheit sollten auch genau dort bleiben.

Sexualität
Grundvoraussetzung für Sexualität - ob im praktischen oder im theoretischen Sinn - ist Vertrauen. Sexuelle Vorlieben, Phantasien oder Wünsche sind wichtig, ebenso Offenheit mit dem Partner. Aber diese muss erst mit Zeit und vorsichtigem Vorwärtsarbeiten (auch in der Theorie) erarbeitet werden. Kommt Zeit, kommt Offenheit. Je länger Sie zusammen sind, desto wichtiger wird das Thema - und damit auch all die schönen Geheimnisse, die sich darum ranken.

Finanzen
Über Geld redet man nicht, sagt schon der Volksmund. Und Recht hat er. Solange Sie nicht zusammen wohnen und wirtschaften ist dieses Thema ein heikles. An den Finanzen hängt auch ein Teil der Existenz. Schwankt diese bei einem der Partner, würde es den anderen sehr belasten - man kennt sich zu wenig, um die Lage einschätzen zu können. Weder ist es gut, sich über fehlendes Geld zu beklagen - es bringt den anderen in die verzwickte Lage, sich verantwortlich zu fühlen - noch prahlt man damit. Letzteres könnte zudem dazu führen, dass der Geldbeutel einen Teil Ihrer Anziehung und Attraktivität ausmacht. Und das wollen Sie doch auch nicht.

Peinlichkeiten und Fettnäpfchen
Alles, was unangenehm sein könnte - für Sie ebenso, wie für Ihren Partner - sollte erst einmal ausgeklammert werden. Dazu gehören Jugendsünden und peinliche Missgeschicke ebenso, wie Wehwehchen und peinliche Intimitäten den Körper betreffend, die für das Miteinander und die Partnerschaft nicht wichtig sind. Anders bei Krankheiten: Ernsthafte Erkrankungen sollten mitgeteilt werden, aber wägen Sie hier gut ab, bevor Sie wie ein alterndes Muttchen klingen und detailliert Ihre Krankengeschichte darlegen. Je näher man sich kommt, desto intimer wird es. Aber das braucht Zeit.

Von Lea-Patricia Kurz