Vertrauen - die tragende Säule

In der Arbeitswelt gilt das Vertrauen zwar als eine gute Grundlage, letztlich kann es aber die Kontrolle nicht ersetzen. Im Privatleben liegt die Sache anders. Fehlendes Vertrauen in einer Partnerschaft führt zu einem Gärungsprozess mit ungewissem Ausgang. Wenn wir mit unserem Partner eine enge Bindung aufbauen wollen, müssen wir ihm vertrauen können.

Wenn das Halsband zu sehr kneift

Wer nicht vertraut, hat es oft schwer: Die Partnerin macht mit Freundinnen einen kurzen "Frauenurlaub" und er sitzt einsam zu Hause und quält sich. Ob es ihr gut geht? Ob sie auch nicht mit anderen Männern flirtet? Schließlich schickt er ihr eine SMS. Die zwölfte am heutigen Tage.
Da kann es durchaus passieren, dass sie sich davon ein wenig genervt und eingeengt fühlt und unter Umständen darf sie auch noch die spöttischen Kommentare ihrer Begleiterinnen vernehmen. So erwachsen schnell die berechtigten Fragen, ob sich die Beziehung nicht in einer zermürbenden Abwärtsspirale befindet ... So sollte es natürlich nicht sein! Unser Grundvertrauen bekommen wir "frei Haus" in unserer frühen Kindheit serviert. Unterschiedliche Erfahrungen prägen uns. Wir wollen auch Vertrauen nicht mit Blauäugigkeit gleichsetzen. Es kann sehr gute Gründe geben, unser Vertrauen wohl zu dosieren. Gerade wenn wir schon Enttäuschungen in früheren Partnerschaften erlebt haben, zeigen wir uns ein wenig reserviert. Doch gibt es eine realistische Alternative zum Vertrauen? Wenn wir immer misstrauisch sind, werden wir auch einmal recht behalten, aber wir nehmen in Kauf, in unbegründeten Fällen eine mögliche harmonische Partnerschaft ständig zu belasten oder gar zu ruinieren. Sozusagen als selbsterfüllende Prophezeiung. Die Fähigkeit zum Vertrauen hat sehr viel mit unserem Selbstvertrauen zu tun. Wir können dem Partner schwerlich Vertrauen schenken, wenn wir uns selbst zu kritisch wahrnehmen. Deshalb sind wir tapfer und fangen bei uns an.

Gemeinsam Vertrauen aufbauen: Du, ich - und wir!

Gegenseitiges Vertrauen fällt nicht vom Himmel auf uns herab, sondern es wird erworben. Dies klingt schon wieder nach "Arbeit", aber so schlimm muss es nicht kommen. Kleine Notlügen sind absolut legitim und wir benutzen sie alle. Oft wollen wir dadurch nur den Partner schützen und nicht beunruhigen. Ständig aber Tatsachen vertuschen zu wollen oder zu müssen, ist eine schlechte Idee. Offenheit und Ehrlichkeit gehören zum tragenden Fundament einer Beziehung. Man muss nicht immer einer Meinung sein, sollte aber die Meinung des Partners kennen und respektieren. So kann man auch mal schweigen, wenn das Thema für den anderen unangenehm sein könnte.
Eigenständige Aktivitäten auch in der Partnerschaft weiter wahrzunehmen, ist ratsam und stärkt das Selbstwertgefühl. Genauso wichtig sind der Aufbau und die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen. Sportliche Aktivitäten (Fahrrad, Wandern etc.), sonstige Hobbys und Wochenendaktivitäten, die beiden Spaß machen, verbinden und stärken die Beziehung. Außerdem können Sie Ihren Partner auch einmal wieder mit einer tollen Idee überraschen.

Von Heinz-W. Köhler/ PARSHIP