Mein Job

Beruf: Assistenzarzt in Berlin

Ausbildung: Medizinstudium in Münster und Valencia

Wöchentliche Arbeitszeit: 50 bis 60 Stunden, wobei ich ungefähr vier Nachtdienste und einen Wochenenddienst im Monat habe. Bei den Nachtdiensten schlafe ich ab und zu ein paar Stunden, aber nie die ganze Nacht durch.

Meine Einnahmen

Gehalt brutto: 5.550 Euro

Gehalt netto: 3.290 Euro

Meine Ausgaben

Miete: 800 Euro. Ich wohne allein in einer Zweizimmerwohnung mit Balkon in Berlin-Neukölln.

Nebenkosten: 30 Euro

Versicherungen: 190 Euro. Um Versicherungen kümmere ich mich ungern – eine Berufsunfallversicherung habe ich für monatlich 190 Euro abgeschlossen. Den Rest organisiert zum Glück mein Arbeitgeber: Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung werden mir von meinem Bruttolohn abgezogen. Insgesamt sind das 700 Euro.

Lebensmittel: Ungefähr 400 Euro. Ich lade oft Freunde zum Essen ein und gehe häufig beim Vietnamesen um die Ecke Abendessen. Beim Einkauf von Lebensmitteln bin ich nicht wählerisch: Ich kaufe sie in Geschäften, die auf dem Weg liegen oder in der Gegend sind, wie dem türkischen Supermarkt.

Handy und Internet: 40 Euro

Fahrtkosten: 400 Euro. Ungefähr 300 Euro gebe ich für Carsharing aus. Egal ob ich vom Nachtdienst oder von Freunden komme, ich fahre gerne Auto oder Elektroroller. In Berlin stehen die an jeder zweiten Straßenecke, das ist sehr praktisch. Zudem habe ich ein Jahresticket für den öffentlichen Nahverkehr.

Kleidung: 30 Euro. Ungefähr einmal im Jahr fahre ich in ein Outlet für Streetwear-Klamotten, da kaufe ich fast meine gesamte Kleidung ein. Den Rest bestelle ich übers Internet.

Körperpflege: Zehn Euro

Literatur und Bücher: 40 Euro. Ich habe drei Monatszeitungen abonniert, die eine gute Ergänzung zu den täglichen Nachrichten sind: Analyse und Kritik, Le Monde diplomatique und die Graswurzelrevolution. Zudem lese ich regelmäßig Ärzteblätter und Fachliteratur.

Hobbys und Freizeit: 120 Euro. Ich bin selten in Kneipen oder auf Feiern – dafür habe ich leider nicht mehr so viel Zeit. Insgesamt gebe ich dafür ungefähr 100 Euro aus. Zudem spende ich 20 Euro und viel Zeit an ein politisches Floßprojekt. Auf dem Floß veranstalten wir Filmabende, Demonstrationen und Konzerte.

So viel bleibt am Ende übrig

Um die 1.200 Euro monatlich. Momentan lasse ich das Geld einfach auf meinem Konto liegen – wofür ich es später ausgebe, weiß ich noch nicht. Aber ich werde es auf keinen Fall in irgendetwas Unethisches anlegen, um es zu vermehren. Das würde meinem Verständnis von korrektem Wirtschaften widersprechen.

*Der Name des Protagonisten wurde nachträglich geändert.